„Antiken Look“ bewahrt

Fassaden-„Lifting“ für Kapellenschule Wiederstein - Fachwerk wurde erneuert

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Die Fassade der Kapellenschule Wiederstein wurde aufwändig erneuert.

Wiederstein - Da der Zahn der Zeit an der Kapellenschule Wiederstein in der Langenholzstraße nagt, ließ die Gemeindeverwaltung, in deren Besitz sich die Kapellenschule nach wie vor befindet, nun zahlreiche erforderliche Arbeiten von einem Fachunternehmen durchführen.

Allem voran musste eine tragende Schwelle ausgetauscht werden. An mehreren alten Balken hatte der Holzwurm Gefallen gefunden. Um einen Überblick zu bekommen, wurde zunächst das freiliegende Fachwerk gestrahlt. Die Schadstellen an den alten Eichenholzbalken konnten auf diese Weise lokalisiert und beseitigt werden.

Um das unter Denkmalschutz stehende Gebäude möglichst originalgetreu zu restaurieren, arbeiteten die Zimmermänner mit Holzstopfen, -nägeln und –dübeln. Und um den „antiken Look“ beizubehalten, wurden die neu eingesetzten Balken mit Kettensäge, Flex und einer Drahtbürste bearbeitet. Wenngleich das Holz erst fünf Jahre abgelagert war, erweckt das Fachwerk aus Eiche jetzt den Eindruck, als hätte es ein Jahrhundert auf dem Buckel. Außerdem bediente man sich an einigen Stellen der noch intakten Abschnitte des zuvor entfernten Balkens und recycelte quasi am Gebäude.

Das alte Fachwerk erstrahlt wieder in neuem Glanz.


Dank des Denkmalförderprogramms werden 50 Prozent der Kosten vom Land NRW übernommen.

Neben Holzbalken und Holzsegmenten wurden auch einige der Gefache erneuert. Sie waren nass und dadurch marode geworden. Auch hier griff man auf historische Baustoffe zurück: Neben Lehmziegeln verwendeten die Maurer einen Putz aus Lehm, Stroh und Wasser. Er zeichnet sich durch eine gute Verarbeitung aus und trocknet langsamer als herkömmlicher Zementputz.

Nach Abschluss dieser Arbeiten wurden die Gefache neu gestrichen. Und auch das Gebälk wurde mit Leinöl behandelt.

Schulgebäude wird 260 Jahre alt

Trotz seines Alters von 260 Jahren kann sich das Schulgebäude jetzt wieder sehen lassen. Und wer weiß, wie die lange Geschichte des Gebäudes in Zukunft weitergeht.

Im Jahr 1759 wurde das Gebäude errichtet, um die Wiedersteiner Kinder zu beschulen. Dass hier fast zweihundert Jahre lang Lesen, Schreiben und Rechnen vermittelt werden würden, ahnte damals noch niemand. Neben den Schülern fand in der Schule zunächst allerdings nicht der Lehrer, wohl aber der Kuhhirte eine kleine Unterkunft mit Küche, Wohn- und Schlafraum. Und im Stall standen noch bis 1834 der Dorfbulle und die übrigen Rinder des Hirten.

Die Räume der Kapellenschule wurden zunächst in Wohnungen umgewandelt. Ende der 1980er Jahre begann der Heimat- und Verschönerungsverein Wiederstein damit, eine Heimatstube einzurichten. Gebrauchsgegenständen des dörflichen Lebens, aus Landwirtschaft, Hauberg, Bergbau, Haushalt und Handwerk wurden hier gesammelt und ausgestellt.

Heimatfreunde nutzen Gebäude

2000 ergab sich für die Heimatfreunde die Möglichkeit, das gesamte Gebäude zu nutzen. Mit dem Ziel, den geschichtsträchtigen Ort in der Dorfmitte als Zeitzeugnis zu erhalten und außerdem in einen Treffpunkt umzuwandeln, machten sich die aktiven Mitglieder ans Werk: Sie sanierten und restaurierten das historische Gebäude: Marode Balken wurden ausgetauscht, der Putz entfernt und neue Fenster eingesetzt. Im Inneren wurden unter anderem eine Zwischendecke und das Gros der Fußböden erneuert. Die Türrahmen wurden aufgearbeitet und neu lackiert. Seitdem finden in der Kapellenschule die Treffen des Heimatvereins statt.

Der Versammlungsraum steht für Veranstaltungen zur Verfügung. Im ehemaligen Klassenraum ist eine umfangreiche Ausstellung historischer Objekte zu finden. Sie reicht von den verschiedensten Werkzeugen und Gebrauchsgegenständen bis zu Möbeln aus vergangener Zeit.

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