"Gott liebt fröhliche Geber"

Auf die christliche Geisteshaltung im Umgang mit Geld kam es Pastor Dr. Armin Kistenbrügge an. Foto: SK

Vortrag: Der christliche Umgang mit dem Geld

Zeppenfeld. (SK)

"Die Phönizier haben das Geld erfunden, aber warum so wenig:" Mit diesem Zitat des österreichischen Dichters und Schauspielers Johann Nepomuk Nestroy eröffnete Dr. Armin Kistenbrügge seinen Vortrag "Geld ist ein guter Diener und ein grausamer Herr" in der Christuskirche in Zeppenfeld.Der Pastor stellte nach dem humorigen Einstieg eine ernste Frage: "Was passiert, wenn der Glaube die Wahrnehmung und den Umgang mit Geld bestimmt:" Wenn es um Geld gehe, halte sich der Glaube so manches Zeitgenossen vornehm zurück. Obwohl es in der Bibel 2500 Belege dazu gebe. Bei Jesus sei das Thema sehr präsent.

Geld könne sowohl segensreich wie auch zerstörerisch wirken. Eine drastischere Formulierung folgt: "Geld ist nicht neutral. Entweder es ist Gabe oder Götze."

Geld schaffe ein Suchtverhalten. "Es ist für manchen die alles bestimmende Wirklichkeit. Es verspricht Freiheit, macht aber abhängig", so Dr. Kistenbrügge.

Martin Luther habe die Bergpredigt als Maßstab für das Geschäftsleben angesehen. Kistenbrügge: "Der Umgang mit Geld ist ein zentraler Glaubensprüfstein. Der Umgang mit Geld hat Auswirkungen auf den Glauben." Es sei unmöglich, sich auf Gott und auf das Geld gleichermaßen zu verlassen.

Der jüdische Philosoph Walter Benjamin habe den Kapitalismus gar als Religion bezeichnet. Kapitalismus kenne nur die permanente Kultur und wolle an allen Tagen seinen religiösen Kultus des Konsums zelebrieren. Er mache keine Unterscheidung zwischen Werk- und Sonntag. Wer sein Geld als von Gott gegeben nehme, erfahre es als Gottes Gabe zur Nutznießung, so Kistenbrügge. Gott sei unendlich reich.

Zwei Leitlinien für den Umgang mit Geld gab der Pastor den Zuhörern mit auf den Weg: Sorglosigkeit und Haushalterschaft, abgeleitet von der Sorglosigkeit, die Jesus in der Bergpredigt zuspricht, und von der Haushalterschaft, die Jesus im Gleichnis von den anvertrauten Pfunden hervorhebt.

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