„Ich will ein Held sein“

In Neunkirchen gibt es jetzt auch eine Kinderfeuerwehr

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Eine starke Truppe und – wenn es nach den örtlichen Löschzügen geht – jede Menge Verstärkung für „übermorgen“: Die Neunkirchener Kinderfeuerwehr startet mit 21 Mitgliedern. 

Neunkirchen. Mit einer solchen Resonanz hatte wohl niemand gerechnet: 21 Jungen und Mädchen waren jetzt zur Gründungsfeier einer Kinderfeuerwehr zum Feuerwehrgerätehaus in Neunkirchen erschienen.

Künftig wollen sie sich jeden vierten Donnerstag im Monat treffen und sich spielerisch mit dem Thema Feuerwehr auseinandersetzen.

Die 21 „Zwerge“ zwischen sechs und zehn Jahren hatten ganz unterschiedliche Motivationen, ihre Karriere als Feuerwehrfrau oder -mann zu starten. Bei Alissia war es der Vater: Seit vielen Jahren ist er in der Feuerwehr aktiv. Und so nahm das neunjährige Mädchen gleich Freundin Nele mit, um in die Fußstapfen des Papas zu treten. Bei Yannes war die Mutter die treibende Kraft. Der Sechsjährige hatte eigentlich nicht den Wunsch geäußert, zur Kinderfeuerwehr zu gehen, doch einmal vor Ort war auch er „Feuer und Flamme“ für die gute Sache. Angesichts der beeindruckenden Feuerwehrautos und der vielen Gleichaltrigen kannte seine Begeisterung keine Grenzen.

„Im Vordergrund soll natürlich der Spaß stehen“, erklärt Sarina Reinschmidt, die die Kinder gemeinsam mit Andrea Osenberg und Katharina Gudelius betreut. Die Drei hatten das Konzept bereits den interessierten Eltern vorgestellt. „Wir wollen vermitteln, dass es eine gute Sache ist, ein Ehrenamt auszuüben, dass es wichtig ist, für den Nächsten da zu sein und sich aufeinander verlassen zu können.“ Dies geschieht auf unterschiedliche Weise: Die Kinder werden basteln, Rettungsszenen nachstellen und mit der großen Playmobil-Feuerwehr spielen. Es gibt Infos zu Erster Hilfe und sicher auch einmal die Gelegenheit, die Jugendfeuerwehr zu unterstützen.

Über die vielen neuen Floriansjünger freuten sich auch Bürgermeister Bernhard Baumann, der Leiter der Neunkirchener Feuerwehr Christian Weth sowie Kreisbrandmeister Bernd Schneider. Gemeinsam unterzeichneten sie die Gründungsurkunde. Christian Weth dankte den drei engagierten Neu-Feuerwehrfrauen und richtete sich dann an die neun Mädchen und zwölf Jungen: „Ihr seid die Zukunft der Feuerwehr, ich freue mich schon darauf, euch bald in der Jugendfeuerwehr und dann in der Einsatzabteilung zu begrüßen.“ Kreisbrandmeister Bernd Schneider hatte „der Rasselbande“ eine große Kiste mit Spielzeug und Warnwesten mitgebracht. Und statt einer Uniform gabs seitens der Gemeinde und des Fördervereins des Löschzugs Neunkirchen schicke T-Shirts mit Feuerlöschermotiv.

Die „Uniform“ der Kinderfeuerwehr. Nach einer Vorlage von Andrea Osenberg hatte Steffi Schmidt schicke T-Shirts gedruckt.

Die Idee, auch in Neunkirchen eine Kinderfeuerwehr zu etablieren, war vor rund einem Jahr von Henning Osenberg gekommen. In Sarina Reinschmidt fand er eine engagierte Unterstützerin. Schließlich hat auch sie einen Sohn, der gern Feuerwehrmann sein möchte. Henry ist ein großer Fan von Schlangen und Tigern. Und auch sonst scheint den Sechsjährigen so leicht nichts zu beeindrucken. Sein Beweggrund, die Neunkirchener Floriansjünger zu unterstützen, sei ganz einfach, erklärt der Erstklässler: „Ich möchte ein Held sein.“ Allein die Tatsache, dass er vielleicht eines Tages dafür Sorge trägt, dass Neunkirchenes Bürgerinnen und Bürger nachts unbesorgt schlafen können, wie es Bürgermeister Bernhard Baumann ausdrückte, macht ihn bereits zu einem Helden. Und was Henry in seiner Laufbahn bei der Feuerwehr sonst noch erwartet, wird sich in den kommenden Jahren zeigen.

Zunächst trifft er sich immer am vierten Donnerstag im Monat von 16.30 bis 18 Uhr mit seinen Kameradinnen und Kameraden. Und beherzigt hoffentlich die Wünsche des Neunkirchener Feuerwehrchefs, nämlich viel Spaß zu haben und „bei der Stange“ zu bleiben.

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