Neunkirchen will Mix

IHK-Präsident Klaus Th. Vetter (Mitte) begrüßte in den Räumen der Schäfer Werke-Gruppe mehr als 50 Unternehmer aus Neunkirchen.

Mehr als 50 Neunkirchener Unternehmen trafen sich jetzt auf Einladung der Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK) zum Wirtschaftsgespräch in den Räumen der Schäfer-Werke auf dem Pfannenberg. Theo Schäfer, geschäftsführender Gesellschafter der Schäfer Werke-Gruppe, zeigte sich erfreut über die gute Resonanz. Die Familie Schäfer sowie Geschäftsführer Peter Bosbach luden nach dem Wirtschaftsgespräch zu einer Präsentation des Unternehmens sowie zu einem Betriebsrundgang ein.

IHK-Präsident Klaus Th. Vetter stimmte die Teilnehmer der Gesprächsrunde auf gesellschaftliche Entwicklungen ein, auf die, so Vetter, "wir uns heute einstellen müssen. Bis 2019 werden wir im Kreis Siegen-Wittgenstein 23 Prozent weniger Schulabgänger haben. Dagegen steigt der Anteil der Menschen im Ruhestand. Wir werden künftig deutlich weniger Arbeitskräfte als heute haben". IHK-Hauptgeschäftsführer Franz J. Mockenhaupt daraufhin: "Bei der Bevölkerungsentwicklung und bei der Entwicklung der Industriebeschäftigten schneidet Neunkirchen schlechter ab, als fast alle anderen Kommunen unseres Bezirks. Wir freuen uns deshalb, dass die Gemeinde unsere Anregung aus 2004 aufgegriffen hat und zurzeit mit der Gemeinde Burbach ein gemeinsames Gewerbegebiet auf der Lipper Höhe plant. Ausreichende Gewerbeflächen sind ein entscheidender Schlüssel für eine wirtschaftlich gesunde Entwicklung und für mehr Arbeitsplätze."

"Flächenreserven sind erschöpft"

Bürgermeister Bernhard Baumann erläuterte die bisher von der Gemeinde ergriffenen Maßnahmen: "Unsere bisherigen Flächenreserven sind weitgehend erschöpft. Neunkirchen hat eine eher schwierige Topografie und ist mit circa vier Quadratkilometern die flächenmäßig kleinste Gemeinde des Kreises. Burbach ist diesbezüglich in einer besseren Lage. Deshalb haben wir uns entschlossen, auch in dem Bereich Gewerbeansiedlung zusammenzuarbeiten. Unterm Strich werden wir voraussichtlich eine Netto-Gewerbefläche von circa 20 Hektar ausweisen können". Baumann informierte die Anwesenden über die Investitionen in der Ortsmitte, die die Aufenthaltsdauer erhöhen und zu Spontankäufen anregen sollten. Auch bemühe sich die Gemeinde um eine vermehrte Ansiedlung von Existenzgründern. "Unser Ziel ist es, von der heute vergleichsweise ausgeprägten Monostruktur zu einem breiter gefächerten Branchen-Mix zu kommen", so der Bürgermeister.

Breiten Raum nahm in dem Wirtschaftsgespräch die Ausbildungslage im Neunkirchener Raum ein. Im Jahre 2010 hätten die Unternehmen lediglich 60 jungen Leuten eine Chance gegeben, mit einer Lehre ins Berufsleben zu starten. 2008 seien es noch 151 Verträge gewesen, so die IHK. Mockenhaupt: "Wir äußern als IHK die herzliche Bitte, die Erstausbildung als eine der wesentlichen Unternehmensaufgaben zu verstehen, die gerade angesichts sinkender Schulabgängerzahlen mit großer Stetigkeit wahrgenommen werden sollte."

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