Ende einer Ära

Neunkirchens SPD-Vorsitzender Hans-Dieter Moritz gibt Amt ab

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Sozialdemokrat Hans-Dieter Moritz hat sich über 50 Jahre lang auf kommunaler Ebene für die Belange der Neunkirchener Bürger eingesetzt, davon mehr als 30 Jahre als Vorsitzender des SPD-Gemeindeverbandes. Dieses Amt möchte er heute Abend in jüngere Hände legen.

Neunkirchen. Seit mehr als 50 Jahren gestaltet der Sozialdemokrat Hans-Dieter Moritz das politische und gesellschaftliche Geschehen in der Gemeinde Neunkirchen maßgeblich mit.

Als Ratsmitglied, Fraktionsvorsitzender, stellvertretender Bürgermeister, Kreistagsabgeordneter und Vorsitzender des SPD-Gemeindeverbandes. Doch nun soll Schluss sein, zumindest mit letzterer Funktion: Am heutigen Donnerstag, 10. Januar, wird er vom Amt des SPD-Gemeindeverbandsvorsitzenden zurücktreten. „Nun reicht es, nun müssen Jüngere ran, die weiterhin für eine bürgernahe Politik und für eine Politik mit Augenmaß streiten werden“, erklärt Hans-Dieter Moritz. 

Rund 50 Jahresempfänge für Vertreter von Vereinen und Verbänden, für Wirtschaft und Gewerkschaft haben Moritz und seine Mitstreiter seit Bestehen der Großgemeinde am Dreiländereck von NRW, Rheinland-Pfalz und Hessen organisiert. Immer waren namhafte Gesprächspartner und Referenten in Neunkirchen vor Ort: Bundes- und Landesminister, Regierungspräsidenten, Oberbürgermeister und weitere Prominente. 

Gerne erinnern sich die älteren der politisch Interessierten an die Veranstaltungen mit Verteidigungsminister Georg Leber, Staatsminister Hans-Jürgen Wischnewski, Bundestagspräsidenten Annemarie Renger und Franz Müntefering in Neunkirchen. Den Jüngeren sind die Veranstaltungen mit der Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (NRW), dem Ministerpräsidenten Kurt Beck und der Ministerpräsidentin Malu Dreyer (beide RLP) sowie dem Oberbürgermeister und SGK-Bundesvorsitzenden Frank Baranowski, Gelsenkirchen und Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung in angenehmer Erinnerung. In diesem Jahr wird die Bundesumweltministerin Svenja Schulze in Neunkirchen erwartet. 

„Mit Hans-Dieter Moritz hatten wir einen Vorsitzenden, der aufgestiegen ist ohne abzuheben“, so Gerd Scholl, SPD-Vorsitzender des Ortsvereins Struthütten. Moritz, der zunächst Bauschlosser und Mitglied der Gruben-Rettungswehr auf der Grube „Pfannenberger Einigkeit“ war, wurde in jungen Jahren zum Konzernjugendsprecher der Erzbergbau Siegerland AG gewählt. Nach Ende des Erzbergbaus im Siegerland war er Heimleiter der IG Bergbau und Energie im Jugendfreizeitheim in Saalfelden in Zell am See und anschließend Nachfolger von Hans-Georg Vitt, MdL als Geschäftsführer der SPD in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe, und nach dem Tod von Vitt im Jahre 1981 Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion. Höhepunkt seiner politischen Karriere war die Wahl in den NRW-Landtag, dem er 20 Jahre lang (von 1985 bis 2005) als immer direkt gewählter Abgeordneter angehörte. Davor war Moritz 15 Jahre Mitglied des Landtags-Präsidiums.

Dass die Arbeit von Hans-Dieter Moritz auch auf Landesebene viel Anerkennung fand, wurde unter anderem daran deutlich, dass der Vorsitzende der Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitiker (SGK), OB Frank Baranowski, und Landtagspräsidentin Carina Gödecke den Siegerländer mit der SGK-Ehrennadel NRW auszeichneten. 2009 wurde Moritz mit der höchsten Auszeichnung bedacht, die deutsche Sozialdemokraten zu vergeben haben, der Willy-Brandt-Medaille. 

Ferner war Moritz der einzige nordrhein-westfälische Nicht-Bundestagsabgeordnete, der dreimal Mitglied der Bundesversammlung war, die den Bundespräsidenten wählt, erklärt die SPD in einer Mitteilung. Während der Tätigkeit als Vorsitzender hat Moritz zahlreiche Informationsveranstaltungen organisiert, unter anderem nach Brüssel, Budapest, Berlin, Prag und Wien. Für Jugendliche und Kinder wurden Fahrten zu den Karl-May-Festspielen in Elspe und zum Haus der Deutschen Geschichte in Bonn angeboten.

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