Gegen das Vergessen

Salchendorf: Stolpersteine für Emil und Christine Denker verlegt

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Diese zwei Gedenksteine erinnern seit Mittwoch an den von den Nazi verfolgten Salchendorfer Sozialdemokraten Emil Denker und seine Frau Christine. 

Salchendorf. Die SPD Neunkirchen gedachte am Mittwochmittag, vor den Augen zahlreicher Gäste mit einer besonderen Aktion an den von den Nazis verfolgten, inhaftierten und zu Tode geprügelten Salchendorfer Sozialdemokraten und engagierten Gewerkschafter Emil Denker und dessen Ehefrau Christine.

Je einen Stolperstein setzte der Künstler Gunter Demnig (Frechen) vor deren ehemaligen Wohnhaus in der Kölner Straße 357. „Solche Verbrechen wie in der Nazizeit darf es nicht mehr geben“, sagte der Vorsitzende der SPD Neunkirchen, Hans-Dieter Moritz. Den 9. November bezeichnete der ehemalige Landtagsabgeordnete vor dem Hintergrund der Reichspogromnacht von 1938 und dem Fall der Berliner Mauer im Jahre 1989 als „deutschen Schicksalstag“ und mahnte zugleich: „Wer in der Demokratie schläft, der wird in der Diktaktur aufwachen.“

Als Soldat wurde der am 12. Oktober 1889 geborene Denker im 1. Weltkrieg schwer verletzt, unter anderem erlitt er einen Lungendurchschuss. Verletzungen und die englische Gefangenschaft hatten den Salchendorfer schwer gezeichnet, als er 1918 heimkehrte. In den Folgejahren kämpfte Denker intensiv für Gerechtigkeit und Demokratie und wurde Vorsitzender der SPD-Ortsgruppe „Freier Grund-Wilden“. Brutal schlug ihn am 6. Mai 1934 das Nazi-Rollkommando Odenthal zusammen. Er wurde gefoltert und im Spritzenhaus in Neunkirchen eingesperrt. Denker erholte sich von den Misshandlungen nicht mehr und starb am 23. November 1934 im Alter von nur 45 Jahren an deren Folgen. Als man der im neunten Monat schwangeren Ehefrau die Todesnachricht um 2 Uhr nachts nicht mehr verschweigen konnte, starb die 39-Jährige morgens um 7 Uhr und wenig später auch das Kind. Bei der Beerdigung am 26. November versammelten sich Hunderte auf dem Salchendorfer Friedhof. Fritz Spies, Sozialdemokrat aus Siegen, und später Regierungspräsident in Arnsberg, hielt die vielbeachtete Trauerrede. Anlässlich des 50. Todestages hatte die SPD eine große Gedenkfeier in der Erlöserkirche organisiert.

Im Anschluss an die Verlegung fand eine Gesprächsrunde bei Kaffee und Kuchen im Heimathaus „Haus Henrichs“ statt.

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