Gebäude technisch auf den neustens Stand gebracht

Bundeswehr verpasste der Kopernikusschule in Neunkirchen ein "Update"

Hier wird Hand in Hand gearbeitet. Dank der vielen Helfer konnten die Netzwerkkabel problemlos durchgezogen werden. Ein Arbeit, die sich sonst eher problematisch gestaltet.

Neunkirchen. Vier Kilometer Netzwerkkabel, 200 Meter Backbone-Glasfaserleitungen und mit rund 700 Arbeitsstunden mächtig viel Manpower – das sind die nüchternen Zahlen eines ganz besonderen Bundeswehr-Einsatzes. Stattgefunden hat er in der Kopernikusschule Neunkirchen. Insgesamt 38 Soldaten haben in den vergangenen sechs Monaten daran gearbeitet, das Schulgebäude auf den technisch neuesten Stand zu bringen.

Möglich war dies dank einer Kooperation zwischen der Gemeinde Neunkirchen und dem Berufsbildungszentrum (bbz) in Siegen. Dort werden die Zeitsoldatinnen und -soldaten im Rahmen der zivilberuflichen Aus- und Weiterbildung (ZAW) derzeit zu IT-Systemelektronikern ausgebildet. Die Projektarbeit an der Kopernikusschule ist Teil der Ausbildung, die nach 21 Monaten mit einer Prüfung bei der IHK abschließt.

Die Kopernikusschule in Neunkirchen beheimatet Schülerinnen und Schüler einer Haupt- sowie einer Realschule. Die technischen Möglichkeiten beschränkten sich bis dato auf einen verkabelten Computerraum sowie einen kleinen Raum mit WLAN-Empfang. „Ein Zustand, der sich wohl am besten mit ‘old school‘ überschreiben ließe“, erklärt der Leiter des zuständigen Fachbereichs, Johannes Schneider.

Entsprechend begeistert war man im Rathaus ob der Möglichkeit, das Gebäude in Zusammenarbeit mit dem bbz in punkto IT grundlegend zu modernisieren. „Diese Kooperation bringt beiden Partnern ausschließlich Vorteile“, fasst Schneider die Win-win Strategie zusammen.

Die Gemeindeverwaltung konnte die gesamte Projektarbeit in eine Hand legen, während „die Soldatinnen und Soldaten bei der Vernetzung des Schulgebäudes jede Menge Praxiserfahrung sammeln konnten“, wie Oberstabsfeldwebel Eberhard Wahl erklärte, der die Gruppe in militärischer Hinsicht betreut.

Ein Gebäude der Größenordnung der Kopernikusschule zu vernetzen ist sehr komplex: Ortsbegehungen mussten durchgeführt, Baupläne studiert werden. Doch „angesichts der Vielzahl von Projekten, die im Rahmen der ZAW bereits fertiggestellt worden sind, bestand zu keiner Zeit ein Zweifel an der erfolgreichen Durchführung“, so Schneider.

Viele öffentliche Gebäude – von der Bibliothek über Schulen bis hin zu Feuerwehrgerätehäusern – haben Soldatinnen und Soldaten dieser Ausbildungsmaßnahme in den vergangenen Jahren bereits technisch optimiert und ausgestattet. Alle im Vorfeld notwendigen Arbeiten übernahm das Bundeswehr-Team unter der Leitung des Dozenten Ralph Julius sowie des zuständigen Verantwortlichen Karl-Heinz Neubauer. Die Auszubildenden stellten zudem alle notwendigen Komponenten zusammen und kümmerten sich um die Auftragsvergaben.

Nach den Vorarbeiten, insbesondere der Freilegung der Kabelwege durch die Hausmeister Timo Scholz, Rüdiger Pissala, Frank Mayenschein und ein Team aus Flüchtlingen, wurde die Schule durch die angehenden IT-Systemelektroniker vollständig verkabelt. Besonderes Augenmerk wurde dabei auf die Berücksichtigung der notwendigen Brandschutzvorschriften gelegt.

Dem Kraftakt Verkabelung folgten die Konfigurierung und das Anschließen sämtlicher Leitungen an das Herzstück der Anlage, den Server. Nach der Installation der Hardware wurden seitens der Soldatinnen und Soldaten die Software aufgespielt und die notwendigen Access Points angebracht.

Die neugeschaffene Struktur ermöglicht die umfassende Nutzung neuer Medien. Jeder Klassenraum verfügt nun über insgesamt sechs Netzwerkdosen an Tafel, Rückwand und Decke. Für die Schüler ist ein zeitgemäßes Arbeiten mit Laptop oder Tablett quasi flächendeckend im gesamten Schulgebäude möglich. Während der IT-Koordinator Adrian Erner die Arbeiten aus IT-Sicht von Gemeindeseite während der Planungs- und Ausführungsphase begleitet hat, übernimmt Michael Battenfeld mit der Fertigstellung Überwachung und Support der Anlage.

„Das Projekt ist ein großer Erfolg“, freut sich Schneider. „Die Zusammenarbeit verlief reibungslos, wir konnten kostenminimierend arbeiten. Und den Soldatinnen und Soldaten bot das Schulgebäude ein breites Lernfeld.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare