Bau- und Planungsausschuss hat Änderung des Bebauungsplanes zugestimmt

Vor Verkauf: Gemeindezentrum am Rassberg könnte bald Wohnhaus werden

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Bald in privater Hand? Das Gemeindezentrum am Rassberg könnte in naher Zukunft verkauft werden. Einen Interessenten hat die Kirchengemeinde bereits, der Bauausschuss stimmte der Bebauungsplanänderung zu. Foto: 

Neunkirchen. Dass sich die ev.-ref. Kirchengemeinde Neunkirchen von ihrem Jugend- und Gemeindezentrum am Rassberg trennen möchte, ist nichts Neues.

Schon vor drei Jahren fällte das Presbyterium die Entscheidung, das Haus zu veräußern. Nun scheint es soweit zu sein: Die Verantwortlichen haben einen privaten Interessenten gefunden, der das Gebäude in ein Einfamilienhaus umwandeln möchte.

Da sich dadurch die Zweckbestimmung des Hauses und des Grundstücks ändern würde – nämlich von Gemeinbedarf für kirchliche Zwecke in allgemeines Wohngebiet – hatte die Kirchengemeinde bei der Gemeinde Neunkirchen eine entsprechende Änderung des Bebauungsplanes beantragt. Der Bau- und Planungsausschuss stimmte dieser Änderung in seiner Sitzung am Montag zu. Sie betrifft auch eine angrenzende, noch unbebaute Grundstücksfläche, die künftig Platz für zwei weitere Wohnhäuser mit jeweils maximal zwei Wohnungen bieten könnte. Da sie die Flächen nicht veräußern darf, würde die Kirchengemeinde diese Grundstücke an interessierte Bauherren auf Basis von Erbbaurechten vergeben. Der Rat muss die Entscheidung des Bau- und Planungsausschusses in seiner Sitzung am 11. Oktober noch bestätigen.

Als Grund für den geplanten Verkauf führt die Kirchengemeinde die zu geringe Auslastung des Hauses an, die auf der demografischen Entwicklung fuße. „Das Gemeindezentrum am Rassberg war ein Gebäude, das nicht mehr im selben Umfang genutzt wurde, wie es Kosten verursachte“, erklärte Baukirchmeister Reiner Fuchs auf Nachfrage gegenüber dem SiegerlandKurier. Das Gemeindeleben habe sich im Laufe der Jahre zusehends vom Rassberg in andere Gebäude in den Ortsteilen verlagert. Wenngleich in der Vergangenheit verschiedene Gruppen – etwa die Krabbelgruppe oder der Ehepaarkreis – das Gemeindezentrum genutzt hätten und das Haus regelmäßig auch an Dritte für Veranstaltungen vermietet worden sei, sei eine adäquate Nutzung nicht mehr gegeben gewesen.

Anfangs hatte die Kirchengemeinde Gespräche mit der Diakonie Südwestfalen über die Errichtung einer Tagespflege in dem Haus geführt. Doch die Diakonie verwarf diesen Plan und nahm von einem Kauf Abstand. Nachdem Anfang dieses Jahres auch Verhandlungen mit den Christlichen Seniorenhäusern Lützeln gescheitert waren, die ihren Plan, dort eine Tagespflege für Demenzkranke zu errichten, ebenfalls verworfen hatten, entschied sich die Kirchengemeinde dazu, das Haus und die Grundstücke für eine private Nutzung zugänglich zu machen. Baukirchmeister Reiner Fuchs ist froh, dass die Sache nun so gut wie in trockenen Tüchern ist, obgleich der Verkaufsvertrag noch nicht unterzeichnet wurde. „Es war das schönste Haus, das wir besessen haben, aber für uns selbst war es einfach nicht mehr sinnvoll“, so Fuchs.

Die Gruppen, die das Gemeindezentrum am Rassberg einst für ihre Treffen genutzt haben, haben längst alle eine neue „Bleibe“ in der Kirche in Zeppenfeld gefunden. „Und das sogar ganz ohne Nutzungseinschränkung“, betonte Reiner Fuchs abschließend.

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