Fast alles musste raus

Wegen anstehender Renovierung: Gemeindemitglieder räumten Ev. Kirche Neunkirchen aus

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„Und hoch!“ Gemeinsam schraubten Eckhard Weidt, Simon Plasger und Detlef Schneidling (v.l.) die hintersten Kirchenbänke ab und legten sie über die vorigen Reihen. Ab der kommenden Woche wird in der Ev. Kirche in Neunkirchen ein Gerüst stehen. Das Gotteshaus erhält eine neue Elektrik und eine neue Innenbeleuchtung.

Neunkirchen. Mit vereinten Kräften haben Mitglieder der ev.-ref. Kirchengemeinde Neunkirchen am Mittwoch die Ev. Kirche auf die anstehende Renovierung vorbereitet.

Zusammen haben sie quasi alles, was nicht niet- und nagelfest ist und was nicht dreckig werden soll, vorsorglich aus dem Gotteshaus geräumt – von den Sitzkissen auf den Bänken bis hin zur kompletten Tontechnik. Auch Lampen an den Wänden und die hintersten Sitzbänke wurden abmontiert, damit Gerüstbauer und Elektriker ab der kommenden ungehindert zu Werke gehen können. 

Nachdem die Kirche im vergangenen Jahr bereits im hinteren Innenbereich umgebaut worden war – hier ist ein Multifunktionsraum entstanden (der Siegerlandkurier berichtete) – soll das Gotteshaus in diesem Jahr eine neue Innenbeleuchtung und eine neue Elektrik erhalten. Denn beides ist mehr als in die Jahre gekommen. 

Schon seit geraumer Zeit sei die Ausleuchtung im Bereich des Abendmahltisches als unzureichend empfunden worden, heißt es vonseiten der Kirchengemeinde. Die Musiker etwa hätten immer zusätzliche Scheinwerfer benötigt, da sie ansonsten die Noten auf ihren Notenblättern nicht lesen konnten. Durch die gesetzlichen Festlegungen zur Energieeinsparung habe die Dringlichkeit einer Erneuerung dann noch einmal zugenommen. 

Und auch die teilweise bereits über 50 Jahre alte Elektrik bedürfe dringend einer Erneuerung. Um doppelte Arbeit zu vermeiden und Kosten zu sparen, wird sie im Zuge der Maßnahme gleich mit ausgetauscht. Die neuen Kabel sollen künftig diskret unter dem Putz verschwinden, dafür ist es nötig, die Wände in großem Umfang zu schlitzen und anschließend neu zu verputzen und zu streichen. 

Die Helfer räumten auch den Keller, das Turmzimmer und die Sakristei auf und schafften insgesamt vier Anhängerladungen Müll weg.

Die Kirche kann in dieser Zeit nicht genutzt werden. Bis zum Frühsommer finden die Gottesdienste deshalb ausschließlich in Zeppenfeld und Salchendorf statt. Dass sich das Erscheinungsbild des Gotteshauses durch die Renovierung ändern wird, dessen ist sich die Kirchengemeinde bewusst. Die Beteiligten der Beschlussgremien sind aber davon überzeugt, dass die Attraktivität der über 100 Jahre alten Kirche dadurch gesteigert wird. 

Die fleißigen Gemeindemitglieder nutzten den Mittwoch übrigens nicht nur zum Ausräumen des Kircheninnenraums. Auch die Sakristei, das Turmzimmer und der Keller wurden grundlegend aufgeräumt. Insgesamt vier Anhängerladungen Müll schafften die Helfer weg. Dabei beförderten sie auch Denkwürdiges zu Tage, zum Beispiel eine Gasmaske aus dem Zweiten Weltkrieg. Ebenso amüsierten sie sich über eingeritzte Namen in den hintersten Kirchenbänken – hier hat sich schon so mancher Neunkirchener in jungen Jahren „verewigt“. 

In der kommenden Woche wird noch die Orgel von einer hiesigen Orgelbaufirma professionell abgedeckt, damit sie bei den anstehenden Arbeiten keinen Schaden nimmt. Und dann steht der Renovierung im wahrsten Sinne des Wortes „nichts mehr im Weg“.

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