Menschen mit Behinderung lernen selbstständiger zu leben

Wohngruppe „Altes Pfarrhaus“ besteht seit zehn Jahren

Große Freude bei Bewohnern, Betreuern und Einrichtungsleiterin: Die Wohngruppe „Altes Pfarrhaus“ feierte ihr zehnjähriges Bestehen.

Seit zehn Jahren leben im „Alten Pfarrhaus“, unterhalb der evangelischen Kirche in Neunkirchen, Menschen mit leichter geistiger Behinderung in einer Wohngemeinschaft. Diese gehört zum benachbarten „Haus Klotzbach“, einer Einrichtung der Diakonie Sozialdienste für Menschen mit geistiger und/oder Schwermehrfachbehinderung. Im Adventsgottesdienst haben Bewohner und Mitarbeiter sowie 150 Besucher nun gemeinsam den zehnten Geburtstag der Wohngruppe gefeiert.

Der Gottesdienst in der Kirche wurde von Mitarbeitern und Bewohnern musikalisch als auch inhaltlich mitgestaltet. Pastor Rainer Klein hielt die Predigt und begrüßte die Ehrengäste. Mit Klavier, Akkordeon und Gitarre spielte und sang eine Gruppe von Bewohnern weihnachtliche Lieder wie „Macht hoch die Tür“ und „Stern über Bethlehem“. Im Anschluss traf sich die Gemeinde im „Alten Pfarrhaus“ zu Kaffee und Gebäck.

„Unsere Einrichtung befindet sich im Herzen von Neunkirchen. Die zentrale Lage ist für unsere Bewohner von großer Bedeutung: Soweit möglich, können sie am Gemeindeleben teilnehmen, soziale Kontakte pflegen und Einkäufe erledigen“, sagte Einrichtungsleiterin Christina Ziebold-Jung. 

Zur Wohngruppe „Altes Pfarrhaus“ gehören neun Frauen und Männer mit leichter geistiger Behinderung – die Jüngste ist 20, der Älteste 50 Jahre alt. 2005 zogen die ersten Bewohner in das ehemalige Pfarrhaus ein. Jeder hat sein eigenes Zimmer, jeweils zwei teilen sich ein Bad. Im Erdgeschoss befinden sich ein Wohnzimmer, ein Essbereich, eine Küche sowie ein weiteres barrierefreies Zimmer. Außerdem gibt es einen Hobbykeller, eine Waschküche und einen Trockenraum. Mit Fotos, freundlichen Wandfarben und Dekorationsgegenständen sind die Räume nach den Vorlieben der Bewohner eingerichtet. Hier lernen sie, in allen Bereichen des täglichen Lebens noch selbstständiger zu leben. Kochen, Putzen, Bügeln – jeder einzelne wird in seinen Fähigkeiten gezielt geschult. Pädagogen beschäftigen sich intensiv mit den Bewohnern, vereinbaren Ziele und üben Alltägliches eigenständig zu erledigen. Tagsüber arbeiten die Frauen und Männer in Werkstätten für Menschen mit Behinderung in Deuz und Siegen. Dort erledigen sie einfache Arbeiten oder übernehmen Teilprozesse in Firmen. Am Nachmittag widmen sie sich ihren Hobbys, gehen zum Sport, zur Musikprobe oder zum Einkaufsbummel. „Ziel ist, ihnen zu ermöglichen, ins Ambulant Betreute Wohnen zu wechseln. Dort können sie in ihren eigenen vier Wänden leben und werden dabei von uns begleitet“, erklärte Ziebold-Jung.

Am Nachmittag setzten Bewohner, Angehörige, Mitarbeiter und geladene Gäste in einer Adventsfeier im Otto-Reifenrath-Haus in Neunkirchen den Festtag fort. So kam die Freiwillige Feuerwehr samt Nikolaus und selbst gebackenen Plätzchen zu Besuch und die Harmonika-Vereinigung aus Neunkirchen-Salchendorf gab ein Ständchen.

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