Zeitreise ins Jahr 2030

Die Initiative ?Neunkirchener Dorfgespräche ? Wie wollen wir morgen leben?? wurde im Familienzentrum ?Schatzkiste? vorgestellt.

Was Federico an Neunkirchen stört? "Die vielen Autos, die zu schnell fahren. Und ich hab’ es so weit zu laufen bis zum Spielplatz." Der Fünfjährige hat die Probleme der Gemeinde schnell erkannt.

Seine Spielkameradin Medine stimmt zu: "Der Spielplatz in Zeppenfeld ist schön, aber auch so weit weg." Und Paul, der schaut den Baggern zwar gerne zu, findet aber, dass es in Neunkirchen zu viele Baustellen gibt. Solche Meinungen möchte die Gemeindeverwaltung nun sammeln. Dazu wurden die "Neunkirchener Dorfgespräche" ins Leben gerufen.

An drei Veranstaltungstagen haben die Bürger aller Ortsteile die Möglichkeit, ihre Wünsche zu äußern. Wo drückt der Schuh, was kann schöner werden? Woran mangelt es? "Es ist ein offener Prozess im Rahmen unseres Entwicklungskonzeptes. Wir laden die Bürger ein, die Zukunft Neunkirchens mit zu gestalten", fasst Bürgermeister Bernhard Baumann die Initiative, die jetzt im Familienzentrum "Schatzkiste" vorgestellt wurde, zusammen.

Landrat Paul Breuer unterstützt das Vorhaben, denn die Probleme liegen auf der Hand: "Derzeit leben in Neunkirchen rund 14.000 Menschen. Im Jahr 2030 sind es laut Prognose nur noch 12.500 – wenn wir nichts dagegen tun." Die Gemeinde soll lebenswert bleiben, auch für junge Menschen. Denn gerade diese Bevölkerungsgruppe schwindet: Bis 2030 soll es rund 40 Prozent weniger 16- bis 19-Jährige geben.

Grenzen soll es keine geben, Probleme können offen angesprochen werden. "Doch es wird kein ,Wünsch Dir was’ werden", kündigt der Landrat an. Vielmehr, so bestätigt es auch Baumann, werde man auch in Neunkirchen aufgrund knapper Kassen auf die Eigenleistung aus den Orten setzen. Dabei sollen aber nicht nur die "üblichen Verdächtigen" – wie etwa die Heimatvereine – ran. "Mütter können sich beispielsweise bei der Pflege und dem Erhalt von Spielplätzen einbringen", schlägt Baumann vor.

"Für den Kreis ist Neunkirchen innerhalb der Strategie ,Landleben’ eine Modellkommune", sagt Sylvia P. Heinz, Fachbereichsleiterin für Regionalentwicklung im Kreishaus. Denn Themenfelder werden keine vorgegeben. In den von einer Regionalberaterin moderierten Dorfgesprächen soll eine Zeitreise ins Jahr 2030 unternommen werden: Wie werden die Neunkirchener Orte dann aussehen? Nach den drei Dorfgesprächen sollen die Wünsche zusammengefasst und ausgewertet werden. Ergebnisse gibt es Anfang 2013.

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