Bald ein Hospiz: Umbauarbeiten des früheren Klosters auf der Eremitage starten noch im Januar

Ein Jahr lang waren Flüchtlinge auf der Eremitage untergebracht. Thomas Griffig (Vorsitzender des Caritasverbandes Siegen-Wittgenstein), Wilnsdorfs Bürgermeisterin Christa Schuppler sowie Hans-Jürgen Winkelmann (St. Marien-Krankenhaus) und Hubert Berschauer (Vorsitzender Katholische Sozialstiftung, v.l.n.r.) zogen positive Bilanz. Nun ist der Weg frei für den Umbau in ein Hospiz.

Wilnsdorf. Zum Jahresende gab die Gemeinde Wilnsdorf die Schlüssel zum ehemaligen Klarissenkloster auf der Eremitage wieder ab. In den vergangenen zwölf Monaten nutzte die Kommune das Haus zur Unterbringung von Flüchtlingen.

Inzwischen sind die letzten Mieter in die ehemalige Grundschule Anzhausen umgezogen. Kurz vor Ablauf des Mietvertrags trafen sich alle Beteiligten zum Rückblick vor Ort. Wilnsdorfs Bürgermeisterin Christa Schuppler konnte sich noch gut an die ersten Gespräche mit der Siegener St.-Marien-Gemeinde erinnern. „Ende 2015 baten wir die Öffentlichkeit, uns Wohnraum für Geflüchtete zu vermieten, und haben auch ganz konkret potentielle Vermieter angesprochen, als uns das leerstehende Gebäude angeboten wurde“. Damals lebten bereits über 300 Asylsuchende in Wilnsdorf, wöchentlich wurden der Kommune rund 25 weitere Menschen zugewiesen. Zügig wurde alles in die Wege geleitet, sodass im ehrwürdigen Gemäuer bis zu fünfzig Menschen Unterschlupf finden konnten. Bereits im November 2015 zogen die ersten Mieter ein. Die Betreuung übernahm der Caritasverband Siegen-Wittgenstein, dessen engagierte Mitarbeiter sich täglich vor Ort um die untergebrachten Menschen kümmerten. „Trotz einiger Bedenken gestaltete sich das Zusammenleben der überwiegend männlichen Flüchtlinge ruhig und harmonisch“, konnte Thomas Griffig, Vorsitzender des Caritasverbandes, berichten.

Hans-Jürgen Winkelmann, Geschäftsführer des Siegener St. Marien-Krankenhauses, das Miteigentümer der Liegenschaft ist, begründete nochmals das Engagement der katholischen Kirche im Rückblick: „Für uns war es damals ein christliches Gebot der Stunde, die Kommune und die ihr zugewiesenen Hilfesuchenden zu unterstützen.“

Erste Baumaßnahmen noch im Januar - Eröffnung für 2018 geplant

Die bereits ausgearbeiteten Pläne, das ehemalige Kloster in ein Hospiz umzubauen, wurden für ein Jahr zurückgestellt. Nun, da das Gebäude wieder leer steht, kann das Ansinnen umgesetzt werden. 

Bereits im Januar sollen die ersten Maßnahmen beginnen, mit denen das ehemalige Klarissen-Kloster umgebaut und erweitert wird. Bislang hat die Katholische Sozialstiftung, die das Hospiz gemeinsam mit dem St. Marien-Krankenhaus Siegen errichten möchte, Spenden im sechsstelligen Eurobereich zusammengetragen. Zu den Unterstützern gehören bislang Institutionen und engagierte Bürgerinnen und Bürger unterschiedlicher Konfessionen. Weitere finanzielle Mittel, insbesondere für den späteren Betrieb, sind jedoch notwendig.

„Mit den ersten Baumaßnahmen für das stationäre Hospiz möchten wir nun rasch beginnen“, teilte Hans-Jürgen Winkelmann mit. „Geplant ist eine Eröffnung im Jahr 2018.“ Spenden und Erträge der Katholischen Sozialstiftung fließen bei dem Betrieb des Hospizes ein, da eine Kostendeckung durch öffentliche Mittel nicht zu rechnen ist. „Deshalb werben wir weiter um finanzielle Unterstützung des Projekts“, erklärte Hubert Berschauer, Vorsitzender der Katholischen Sozialstiftung. 

Mit der Errichtung des Hospizes möchten Krankenhaus und Stiftung Verantwortung für die Versorgung schwerstkranker Menschen in der Region übernehmen. Das Unterfangen trägt dabei dem stetig wachsenden Bedarf an Hospizplätzen Rechnung. „Acht Hospizplätze werden in dem ehemaligen Kloster geschaffen“, sagte Hans-Jürgen Winkelmann. Eine moderne Einrichtung mit einer Gesamtfläche von circa 1500 Quadratmetern werde nach Fertigstellung zur Verfügung stehen. „Es muss allerdings noch einiges getan werden, um das Gebäude als Hospiz zu nutzen und moderne Standards zu erfüllen“, erklärte der Geschäftsführer die mehrmonatige Bauzeit.

Das Innere des früheren Klosters sei „sehr kärglich“, es gehe bei der Einrichtung vor allem darum, „eine entsprechende Atmosphäre“ zu schaffen für Menschen, die dort ihre letzte Lebensphase verbringen wollen. „Wir haben uns dafür auch schon andere Hospize angeschaut“, erklärte Hubert Berschauer. Sicher sei man sich, dass der besondere Ort dem Gesamtprojekt eine Prägung geben werde, die es von ähnlichen Projekten abhebe. Die Eremitage bleibe damit ein Mittelpunkt des geistlichen Lebens.

Bislang gibt es nur ein weiteres Hospiz im Kreis Siegen-Wittgenstein. „Es verbietet sich, bei diesem Thema eine Wettbewerbssituation zu konstruieren. Wir sind daher frühzeitig auf unsere Partner in der Versorgung schwerkranker Menschen zugegangen und haben sie darüber informiert, was wir planen“, sagte Hans-Jürgen Winkelmann.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare