Kandidatur für dritte Amtszeit 

Eine Dekade als Bürgermeisterin- Christa Schuppler zieht Bilanz

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Christa Schuppler ist vor zehn Jahren als Bürgermeisterin ins Rathaus der Gemeinde Wilnsdorf eingezogen.

Wilnsdorf - Wilnsdorfs Bürgermeisterin Christa Schuppler ist am 21. Oktober seit zehn Jahren im Amt – 2020 kandidiert sie für eine dritte Amtzszeit. Grund genug für das Gemeindeoberhaupt Bilanz zu ziehen und vor allem auf die turbulenten Anfänge in ihrer ersten Amtszeit zurückzublicken.

„Nimm Vieles, was gesagt wird, nicht persönlich“ – diesen Rat würde Wilnsdorfs Bürgermeisterin Christa Schuppler heute ihrem zehn Jahre jüngeren Ich mit auf den Weg geben. „Ich hatte damals zwar schon gutes Rüstzeug, aber ich würde es nicht mehr so ernst nehmen“, sagt sie über ihren Amtsantritt 2009. Gerade bei „unpopulären Entscheidungen“ stehe eine Bürgermeisterin bzw. ein Bürgermeister schließlich im Fokus, auch wenn diese natürlich nicht von diesen alleine getroffen würden.

„Das waren keine idealen Voraussetzungen“

Eine dieser unbeliebten Maßnahmen verhängte Schuppler gleich zu Beginn ihrer ersten Amtszeit: eine Haushaltsperre aufgrund der damals angespannten Finanzlage. „Das waren keine idealen Voraussetzungen“, sagte Schuppler im Pressegespräch am Mittwoch in ihrem Büro im Rathaus. Eine Haushaltssperre bedeute schließlich nicht, dass „von jetzt auf gleich alles besser wird“, erinnert sie sich. Indem dieser Schritt selbst gewählt wurde, habe die Gemeinde damals die Zügel in der Hand behalten.

„Wir wollten nicht, dass ein Sparkommissar im Rathaus sitzt“, erklärt Schuppler. Also habe man es nicht erst darauf ankommen lassen, vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden.

Als Konsequenz hätte so beispielsweise nicht das Museum geschlossen oder das Theater abgeschafft werden müssen. Allerdings sei man natürlich auch nicht „freudig auf Händen getragen worden“, erklärt Schuppler. Der Schritt, alles auf den Prüfstand zu stellen, sei damals aber nötig gewesen. Es sollte ein Zeichen nach Innen sein, dass „wir finanziell schlecht aufgestellt“ waren.

„Wieder mehr finanzielle Beinfreiheit“

Stolz sei sei sie vor allem darauf, dass „wir trotz der folgenden Haushaltsdisziplin die Infrastruktur der Gemeinde in den Maßen, in denen sie benötigt wird, erhalten und bewahren konnten“, erklärte Schuppler. Sie freue sich bereits auf 2022, wenn die Gemeinde „wieder mehr finanzielle Beinfreiheit“ habe und man in den „Punkten ansetzen könne, wo Mehrbedarf gedeckt werden muss“. Den Haushaltsausgleich 2022 werde man „nach heutiger Planung auch erreichen“, sagte Schuppler.

Ihr sei bereits zu Beginn ihrer Amtszeit ein großes Anliegen gewesen, dass die direkte Bürgerbeteiligung weiter ausgebaut werden sollte. So seien damals die Bürger aufgerufen worden, potentielle Sparmaßnahmen online vorzuschlagen.

Der Bürgerkontakt sei sehr wichtig, erklärt Schuppler heute. Wenn die Probleme und Entscheidungen den Bürgern gut erklärt werden, dann „trägt die Bürgerschaft diese auch mit“. Aus diesem Grund hätte sie die monatlich stattfindende Bürgersprechstunde eingeführt, wo sie sich mit den Anliegen der Bürger in Vier-Augen-Gesprächen beschäftigen könne. Aber auch sonst sei ihr das Gespräch mit den Bürgern wichtig, selbst wenn sich Anliegen wiederholen. „Ich habe mich immer gefreut, wenn mir jemand im Supermarkt eine Frage gestellt hat und ich es dann erklären konnte“.

Die Umbau- und Erweiterungsarbeiten in den Feuerwehrhäusern der Gemeinde, die Klimaschutzmaßnahmen der Gemeinde, die Bewältigung der Flüchtlingszuweisungen 2014/15 und die Umstrukturierung der Verwaltung in den vergangenen zehn Jahren waren nur einige der prägnanten Themen ihrer beiden Amtszeiten, die Christa Schuppler im Pressegespräch noch einmal Revue passieren ließ.

„Ich würde den Beruf gerne noch weitere fünf Jahre ausüben“, sagte Schuppler abschließend. Ob Sie dafür die Chance in einer dritten Amtszeit bekommt, darüber entscheiden die Wilnsdorfer Wähler bei der Kommunalwahl 2020.

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