„Wir wollen möglichst viel Platz“

Erstes Treffen: Bürger haben viele Ideen für die Umgestaltung der Ortsmitte von Neunkirchen

+
Ein reger Ideenaustausch zur neuen Ortsmitte in Neunkirchen fand jetzt statt.

Neunkirchen. Ein Meilenstein in der Umgestaltung der Ortsmitte: Zahlreiche Neunkirchener fanden sich jetzt zu einer Bürgerbeteiligung in der Turnhalle der Grundschule zusammen, um Ideen für ein schöneres Stadtzentrum zu sammeln.

Gut gefüllt hatte sich die Turnhalle der Grundschule Neunkirchen am Mittwochabend. Über 80 Bürgerinnen und Bürger, Vertreter des Rates, des Einzelhandels, Dienstleister und auch einige Jugendliche und Kinder waren der Einladung der Gemeinde zur Auftaktveranstaltung der Bürgerbeteiligung gefolgt. „Seit 20 Jahren spricht man davon und noch ist nichts passiert“, sagte Bürgermeister Dr. Bernhard Baumann und begrüßte die Bürger in der Ortsmitte, die jetzt umgestaltet werden soll. „Wir wollen möglichst viel Platz“. Der Rat beschäftige sich nun intensiv mit dem Projekt. Dabei sollen jetzt die Bürger helfen und ihre Vorstellung der neuen Mitte von Neunkirchen mit in das Konzept einbringen.

„Wir wollen die Aufenthaltsdauer steigern“, sagte auch Christine Loth von der Firma Städtebau+Stadtplanung. Sie stellte den Bürgern die Frage: „Wie stellen Sie sich Neunkirchen im Jahr 2030 vor?“ Mit dieser Frage im Hinterkopf konnten die Bürger anschließend in Arbeitsgruppen diskutieren. Neben Postkarten aus der Zukunft, die zur Fantasie anregten, wurden die Stadtpläne der Gegenwart mit Ideen verziert.

„Nicht alles ist möglich“

„Die Umgestaltung der Ortsmitte ist ein wichtiges Thema für uns alle“, stellte die Wirtschaftsförderin und Mobilitätsbeauftragte Sylvia Heinz fest. Deshalb freue sie sich nicht nur über die Beteiligung der Bürger, sondern besonders über die Teilnahme der Kinder und Jugendlichen. „Euch brauchen wir, um die Zukunft zu gestalten“. Der Fachbereichsleiter Martin Reinschmidt betonte im Anschluss, dass es wichtig sei, die Missstände zu beseitigen, um ein Zentrum zu erschaffen, in dem die Themen Verkehr, Einzelhandel, Wohnraum und vor allem die Steigerung der Aufenthaltsqualität nach den Wünschen der Bürger gestaltet werden kann. Bevor diese umgesetzt werden können, wird der nächste Schritt die Beantragung der Fördermittel sein. Die Wünsche der Bürger sind zahlreich. „Nicht alles ist möglich“, sagte Christine Loth. Trotzdem konnten die Bürger alle Vorstellungen zusammenfassen: Für die Verschönerung des Ortsbildes könnten mehr Grünflächen, moderne Technik oder die Hervorhebung des alten Dorfes sorgen. Der Abriss des Bahnhofgebäudes wird von vielen Bürgern ebenfalls als sinnvoll empfunden.

Es wurden viele Ideen gesammelt. Zur vollständigen Ansicht auf das Foto klicken.

Auch im Bereich Natur sind die Bürger sich einig: Es soll mehr gepflanzt werden. Bäume könnten eine Aufheizung der Flächen im Sommer verhindern. Außerdem sollen neben erneuerbaren Energien, mehr Mülleimer zum Einsatz kommen. Wanderwege und Wasserspiele würden den Bürgern auch zu Gute kommen. Insgesamt soll mehr Sensibilität für das Thema Natur geschaffen werden, zum Beispiel durch Veranstaltungen.

Die Digitalisierung soll für die Verknüpfung der Bürger und der verschiedenen Generationen sorgen. „Jung-hilft-Alt“, schlägt ein Bürger vor. Dies könnte ebenfalls durch den Kontakt auf einem Wochenmarkt oder Wohnkonzepte für mehrere Generationen erreicht werden. Die Senioren sollen mehr in Projekte eingebracht werden, die Jugendlichen wünschen sich mehr Service für Elektronik. Auch in der Freizeit sollen alle Generationen genug Möglichkeiten in Neunkirchen haben: „Eine Ortsmitte zum Verweilen.“, wünschen sich die Bürger. Diese könnte mit Sitzgelegenheiten, Treffpunkten oder einem Café erzielt werden. Des Weiteren wünschen sich die Jugendlichen mehr Sportangebote im Ort und die Kinder wollen einen Spielplatz.

Erhalt des Einzelhandels

„Ich persönlich wünsche mir einen attraktiven Platz in der Ortsmitte, der offen zum Ort ist und an dem die Bürger sich gerne aufhalten wollen.“, sagte der Bürgermeister. Eine große Belastung für Neunkirchen sei der Verkehr, vor allem in der Kölner Straße. Dieses Problem könnte nach den Ideen der Bürger durch einen Kreisverkehr gelöst werden. Der Ausbau des Radverkehrs, mehr Fußwege und Parkplätze sollen ebenfalls zu einer besseren Mobilität und Barrierefreiheit beitragen.

Ebenfalls als wichtigen Punkt sehen die Bürger den Erhalt des Einzelhandels in Neunkirchen an. Die Menschen sollen zum „Heimshoppen“ animiert werden. Dazu soll ein größeres Angebot an Geschäften geschaffen werden. Man solle gerne in Neukirchen einkaufen gehen, sich gerne im Ort aufhalten und eine höhere Lebensqualität haben können. Ideen und Vorschläge für das Entwicklungskonzept können von den Bürgern bis September online, im Rathaus oder bei den Ideenmärkten eingereicht werden, die in den nächsten sechs Wochen jeweils donnerstags von 15 bis 18 Uhr in der Fahrradwerkstatt am Rathausvorplatz (ehem. Gemüse Lutz) stattfinden.

Anregungen und Ideen können auch online in eine interaktive Karte unter www.neunkirchen-handelt.de eintragen werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare