Leader-Verein gibt knapp 100.000 Euro für den Ort des Miteinanders

Marien Gesellschaft lässt „Garten der Begegnung“ neben Hospiz auf der Eremitage errichten

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Tanja Wagener (Juristin Marien-Gesellschaft), Anne-Kathrin Hoß (Leader-Regionalmanagerin), Juliane Schneider (Hospiz-Leiterin), Jens Uhlendorf (Leiter Immobilienfonds Marien-Gesellschaft) und Dr. Christian Stoffers (Leiter Kommunikation und Marketing Marien Gesellschaft) freuen sich schon auf den Garten, der momentan angelegt wird. Im Hintergrund ist bereits ein Teil des gepflasterten Labyrinths zu erkennen.

Wilnsdorf. Vor sieben Monaten Jahr eröffnete das Hospiz Louise von Marillac auf der Eremitage. Doch damit waren die Bauarbeiten für die Marien Gesellschaft gGmbh als Träger noch lange nicht abgeschlossen. 

Seit wenigen Wochen gehen die Bagger wieder kräftig zu Werke auf dem Gelände oberhalb von Dielfen. Im Fokus steht diesmal die Außenanlage des ehemaligen Klarissenklosters. Mithilfe einer Leader-Förderung in Höhe von fast 100.000 Euro wird sie zu einem „Garten der Begegnung“ umgestaltet.

Hospizleiterin Juliane Schneider, Tanja Wagener, Juristin bei der Marien Gesellschaft, und Jens Uhlendorf, Leiter des Marien-Immobilienfonds, verrieten beim Pressetermin am Mittwoch Genaueres. Demnach soll das Grundstück rund um das Hospiz zum naturnahen Treffpunkt für Hospizgäste und Besucher sowie Anwohner, Wanderer und Touristen – kurzum: für alle – werden, und einerseits Platz für Veranstaltungen wie Konzerte oder Feste bieten, andererseits aber auch Ecken zum Innehalten und Erholen.

Solch einen Bereich zu haben, sei für die Hospizgäste ganz wichtig, erklärte Juliane Schneider. Sie schätzten die Nähe zur Natur sehr, sagte die Einrichtungsleiterin, und nutzten bereits jetzt die Möglichkeit, Zeit an der frischen Luft zu verbringen, und sei es, indem sie im Bett nach draußen geschoben würden. Manche entschieden sich gerade aufgrund seiner Nähe zum Wald und der Ruhe ganz bewusst für dieses Hospiz. Doch auch die Öffnung hin zur Allgemeinheit sei ein entscheidener Faktor bei dem Projekt. „Wir merken immer wieder, wie wichtig und wertvoll es ist, hier Leben zu haben, das heißt Besucher und Gäste von außerhalb, Kinder, die herumspringen. Es ist nicht immer alles nur traurig hier bei uns. Es geht darum, dass wir miteinander eine schöne Zeit haben, dass wir Feste feiern, dass wir nicht isoliert sind vom Rest der Gesellschaft“, so Schneider. Die Außenanlage als öffentlicher Park solle die Begegnung ermöglichen und das Miteinander fördern.

Garten wird in zwei Bereiche geteilt

Die Konzeption des „Gartens der Begegnung“ sieht eine Teilung in einen klassischen Garten und einen Wildgarten vor. Während der klassische Garten als strukturierter Bereich angelegt wird, der Obstbäume, kleinere Wildwiesen und Beete umfasst und von einem barrierefreien, gepflasterten Weg mit Begegnungsflächen für Rollstuhlfahrer umgeben wird, soll in dem Wildgarten der urwüchsige Charakter der Außenanlage mit vorhandenen größeren Stauden, Sträuchern, Eiben und Bäumen, einer Wildblumenwiese, einem Insektenhotel und einer Kräuterspirale bewahrt werden.

Mittelpunkt des „Gartens der Begegnung“ wird ein gepflastertes Labyrinth sein, das sinnbildlich für Ausweg und neues Leben, Auf-dem-Weg-Sein und Umkehr, Tod und Auferstehung stehen soll. Gleich daneben wird der „Platz der Begegnung“ angelegt, eine Fläche, die Raum für bis zu 50 Personen bietet und für Veranstaltungen wie Feste, Konzerte, Weihnachtsbasare o.ä. genutzt werden soll. Neben überdachten Sitzmöglichkeiten in Form von Pavillons werden die Besucher des Gartens in beiden Bereichen auch Sinneselemente vorfinden. Geplant sind ein Fuß-Erlebnispfad, ein Klangspiel sowie ein Duft- und ein Naschbeet. Für Kinder wird es eine Schaukel und ein Wipptier geben und auch die bekannte Franziskusstatue soll wieder einen Platz auf dem Außengelände bekommen. Im Wildgartenbereich ist darüber hinaus ein Ort des Gedenkens angedacht.

„Schmuckloser“ ohne die Leader-Förderung

Und da auch die Geschichte des Hauses als Kloster und das Leben der früheren Ordensschwestern nicht in Vergessenheit geraten sollen, könnte die einstige Gartenhütte der Nonnen zu einem späteren Zeitpunkt zu einer Art kleinem Museum umfunktioniert werden, das mit Schautafeln oder der Präsentation von Alltagsgegenständen von dem einfachen Leben und denkwürdigen Vorfällen hinter den Klostermauern erzählt.

300.000 Euro kostet das Projekt, das ohne die Förderung durch Leader definitiv „schmuckloser“ ausgefallen wäre, wie Tanja Wagener betonte. 98.447,69 Euro gab der Vorstand des Regionalvereins 3-Länder-Eck bereits im Juni dieses Jahres frei. Regionalmanagerin Anne-Kathrin Hoß war am Mittwoch noch immer ganz begeistert von der Idee und dem Engagement der Verantwortlichen. Man habe gleich gemerkt, wie viel Herzblut und persönliche Begeisterung hinter dem Vorhaben stecke. „Da war klar, das muss irgendwie stattfinden“, berichtete die Regionalmanagerin. Mit den Leader-Mitteln werde all das finanziert, was den Garten für die Besucher aufwerte, also die Erstellung der Einsaat-, Pflanz- und Begrünungsflächen, die Strauch- und Baumbepflanzungen, das Labyrinth, der Fuß-Erlebnispfad, das Duft- und Naschbeet, die Kräuterspirale, das Insektenhotel und drei Aufenthaltspavillons.

Fertigstellung für Mai 2019 geplant

Nachdem Anfang September der Bewilligungsbescheid durch die Bezirksregierung Arnsberg eingetroffen war, machten sich die Verantwortlichen gleich an die Umsetzung. Seit Oktober werden nun die Flächen entbuscht, alte Wege freigelegt und Erdräumarbeiten erledigt. Auch erste Teile des Labyrinths sind bereits sichtbar. Im Mai 2019 soll der Garten fertig sein.

Bis Ende 2020 können noch rund 750.000 Euro durch den Leader-Verein 3-Länder-Eck in Projekten gebunden werden. Wer eine Idee oder Fragen zur Förderung hat, kann sich an das Regionalmanagement wenden (Tel. 02739/802355). Weitere Infos gibt es auch im Internet unter www.leader-3le.de.

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