137 Menschen in Wilnsdorf haben sie bereits

„Ohne Sie sähe es trüber aus“: Gemeinde Wilnsdorf vergibt seit zehn Jahren Ehrenamtskarte

+
Ehrenamtlich Tätige feiern gemeinsam mit Bürgermeisterin Christa Schuppler (r.) und dem Helmut Eich (3.v.r.) das 10-jährige Bestehen der Ehrenamtskarte.

Wilnsdorf. „Ehrenamtler setzen ihre Zeit, ihre Erfahrung und hohe Motivation für andere ein – ein freiwilliges Engagement, von dem alle profitieren. Ehrenamt ist der Kitt, der die Gesellschaft zusammenhält“, teilt die Gemeinde Wilnsdorf in einer Pressemitteilung mit. Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der Ehrenamtskarte in der Gemeinde Wilnsdorf hatte Bürgermeisterin Christa Schuppler jetzt alle aktuellen Inhaber dieser Karte in der Gemeinde eingeladen, um gemeinsam das Ehrenamt und das Jubiläum zu feiern.

„Ohne Sie – ohne die ehrenamtlich tätigen Menschen – sähe es deutlich trüber aus in unserer Gemeinde, in unserer Gesellschaft, in unserer Welt“, begrüßte Bürgermeisterin Christa Schuppler die Gäste im Museum Wilnsdorf. Sie bedankte sich bei den Ehrenamtskarteninhabern stellvertretend für alle ehrenamtlich Tätigen für ihren Einsatz und vorbildliches Engagement, das sie für Umwelt, Sicherheit, ein gutes Miteinander, Menschlichkeit und zur Unterstützung erbringen.

Im Jahr 2008 hatte das Land NRW die Karte unter dem Motto „Ehrenamt ist Ehrensache“ auf den Weg gebracht. Unter den 259 teilnehmenden Kommunen ist auch die Gemeinde Wilnsdorf. Seit Bestehen hat die Gemeinde bereits 137 Karten ausgegeben. Die Ehrenamtskarte ist Ausdruck der Wertschätzung und verbindet diese Würdigung mit einem praktischen Nutzen. So erhalten die Inhaber in der Gemeinde unter anderem Vergünstigungen auf Eintrittspreise bei Kulturveranstaltungen, im Museum Wilnsdorf oder in der Bibliothek.

Vier Ehrenamtler erzählen

Aktuell sind in Wilnsdorf 35 Personen Inhaber einer gültigen Ehrenamtskarte, unzählige mehr sind ehrenamtlich tätig.

Im Gespräch mit Helmut Eich, Erster Beigeordneter der Gemeinde Wilnsdorf, erzählten vier Ehrenamtler von ihren Tätigkeiten und Erlebnissen. Erika Denker, Vorsitzende des Bezirksverbands der Siegerländer Frauenhilfe e.V. und seit Dezember 2017 Inhaberin des Verdienstordens des Landes NRW, weiß, dass Menschen zum Mitwirken motiviert werden müssen: „Für unser Angebot ‚Zeitpaten‘ sind zurzeit 45 Paten aktiv. Die haben große Freude an ihrer Tätigkeit und erzählen es weiter. Oft ist es so, dass Menschen ehrenamtlich tätig sein möchten, denen fehlt aber der letzte Schub.“

Das Ehrenamt sei mit viel Freude und Spaß verbunden, sind sich alle Anwesenden einig. Dass auch schwierige und unpopuläre Entscheidungen dazu gehören können, berichtete Heike Dreisbach, Referentin für Erwachsenenbildung im Ev. Kirchenkreis Siegen. „Ein wesentlicher Faktor ist, dass man das, was man tut als sinnvoll ansieht. Am Ende des Tages ist man vielleicht geschafft, aber man hat geholfen und ist glücklich.“

Heike Dreisbach erwähnte, dass das Ehrenamt in der Gesellschaft an Ansehen gewonnen habe und die Zahlen steigen. Aufgrund des Berufslebens und neuer Familienstrukturen sei allerdings die Verweildauer im Amt gefährdet.

„Viele kommen aber wieder“

Dem schlossen sich auch die Gemeindejugendwarte der Feuerwehr Wilnsdorf André Müller und Jessica Strauß im Gespräch mit Helmut Eich an. So verliere die Freiwillige Feuerwehr häufig Mitglieder, die eine Ausbildung oder ein Studium beginnen. „Viele kommen aber wieder“, so Strauß.

Auf die Frage, wie man den Nachwuchs zum Mitmachen animiert, wussten die Gemeindejugendwarte die Antwort: „Welches Kind träumt nicht davon Feuerwehrmann, Astronaut oder Polizist zu werden? Bei uns können die Kinder das verwirklichen. Wir geben ihnen eine Aufgabe mit Verantwortung!“ Doch bekämen Kinder und Jugendliche durch Medienberichte auch mit, dass Einsatzkräften teils mit Respektlosigkeit oder gar Gewalt begegnet wird. „Wir möchten helfen, werden aber gleichzeitig behindert. Das ist ein Zwiespalt, mit dem wir umgehen müssen. Wir vermitteln an den Nachwuchs, dass das was sie machen positiv ist“, beschrieb André Müller aktuelle Situationen.

Helmut Eich erinnerte daran, dass ohne die Menschen, die ohne Bezahlung dies alles für die Mitmenschen tun, ein Gemeinwesen nicht funktionieren könne. „Wir brauchen diese Leuchttürme, um zu zeigen wie wichtig Ehrenamt ist und wie gut dieses tun kann.“

Im Anschluss an die Talkrunde tauschten sich die Gäste über ihre Tätigkeiten aus, stießen auf ihre freiwillige Arbeit an und feierten gemeinsam das Ehrenamt, das so viel Positives zur Gesellschaft beiträgt.

Info: Weitere Informationen zur Ehrenamtskarte in der Gemeinde Wilnsdorf gibt es unter www.wilnsdorf.de/ehrenamtskarte und zum Ehrenamt in Siegen-Wittgenstein unter www.ehrenamt-siwi.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare