Drei Windräder auf "Gernsbacher/Tiefenrother Höhe" geplant 

Rat thematisiert Bau von Windenergieanlage - Naturschutzinitiative kritisiert Vorhaben

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Wilnsdorf - In der Gemeinde Wilnsdorf steht in der heutigen Ratssitzung (5. Dezember) die Nutzung des Gebiets "Gernsbacher/Tiefenrother Höhe" (SiegerlandKurier berichtete) auf der Agenda. Ein Investor möchte dort drei Windenergieanlagen bauen. Die Naturschutzinitiative e.V. (NI) kritisiert dieses Vorhaben.

Peter Draeger, Länder- und Fachbeirat der Naturschutzinitiative e.V. (NI) kann den Schritt nicht nachvollziehen. "Nach seinen vielfältigen Beobachtungen zu schutzbedeutsamen Großvögeln kommt der Kalteiche die höchste Bedeutung zum Schutz von Großvögel wie Schwarzstorch, Wespenbussard, Rotmilan oder Mäusebussard zu", heißt es in einer Presseinfo der NI. 

„Die Aussage, dass die Planung weiter laufen soll, da diesen Hinweisen erst nachgegangen werden muss, ist nicht nachzuvollziehen“, wird  Peter Draeger zitiert. Die Brutvorkommen der schutzrelevanten Vogelarten, seien ausreichend genau dokumentiert und den Planern und den zuständigen Behörden mitgeteilt und von dort auch bestätigt worden. Harry Neumann, Landesvorsitzender der NI, fordert daher den Abschluss der Planungen für den Flächennutzungsplan Windkraft: „Auf der Kalteiche ist kein weiterer Ausbau der Windenergie mehr möglich." Peter Draeger ergänzt. „Allein die drei uns bekannt gewordenen erschlagenen Rotmilane in den letzten drei Jahren an den Windindustrieanlagen der Kalteiche sprechen eine eindeutige Sprache, wozu die Errichtung von Windindustrieanlagen an dieser Stelle führt."  Immo Vollmer, Dipl.-Biologe und Naturschutzreferent der NI, stellt daher generell in Frage, ob das jetzt vorzeitig auszuweisende Gebiet der Gernsbacher/Tiefenrother Höhe überhaupt für ein Windindustriegebiet geeignet sei. "Er weist darauf hin, dass es ebenfalls einen erschlagenen Rotmilan an den auf hessischer Seite stehenden Windindustrieanlagen in diesem Jahr gegeben habe", heißt es in der Presseinfo. 

Biodiversitäts-Desaster statt Energiewende?

„Zudem grenzt das Naturschutzgebiet ,Gernsdorfer Weidekämpe`, welches auch für den ebenfalls Windkraft empfindlichen Wachtelkönig bedeutsam ist, direkt an das geplante Windindustriegebiet. Weiterhin seien für die Tiefenrother Höhe regelmäßige Vorkommen der ebenfalls der Windkraft weichenden Waldschnepfe und eine Vielzahl schlaggefährdeter Fledermäuse bekannt, so die NI. Der Verein befürchtet statt der Energiewende ein Artenschutzfiasko und Biodiversitäts-Desaster.

Die Ratssitzung in der Gemeinde Wilnsdorf findet am heutigen Donnerstag, 5. Dezember, um 18 Uhr im Rathaus Wilnsdorf statt. 

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