CDU-Fraktion befürchtet "ungleiche Lebensverhältnisse“

Gegen den Auto-Krach - Bau von Lärmschutzwänden für Obersdorf und Wilden sollen im Rat diskutiert werden

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Vor dem Krach von der Talbrücke Eisern soll nach aktuellen Planungsstand nur die Ortschaft Eisern (Häuser im Vordergrund) geschützt werden. Für den Ortsteil Obersdorf (Häuser im Hintergrund) ist eine solche aktuell nicht vorgesehen. Die Anwohner fürchten daher, dass Schallrefektionen im Tal des Obersdorfbaches zu einer größeren Lärmbelastung in Obersdorf führen könnte. Deshalb soll darauf gedrängt werden, dass beim Ausbau der A45 nicht auf die Errichtung einer Lärmschutzwand in Richtung Obersdorf verzichtet werden sollte.

Wilnsdorf - Die CDU-Fraktion Wilnsdorf will im Zusammenhang mit dem geplanten sechsspurigen Ausbau der A45 das Thema „Lärmschutzwände für die Orte Obersdorf und Wilden“ auf die Tagesordnung der nächsten Ratssitzung am Donnerstag, 6. Februar, setzen. Die Fraktion hat einen entsprechenden Antrag gestellt.

„Wir beantragen Lärmschutzwände an der A45 für Obersdorf und Wilden“, heißt es in dem Dokument. „Im Zuge des sechsspurigen Ausbaus der A45 besteht die einmalige Chance, eine Lärmschutzwand auch auf der Obersdorfer Seite der Talbrücke Eisern und auf der Wildener Seite der Autobahn zu bauen. Wir fordern, dass diese Lärmschutzwände jetzt gebaut werden.“

Die Fraktion begründet ihren Antrag damit, dass nach der Infoveranstaltung zum bevorstehenden Ausbau der A45 von der Anschlussstelle Wilnsdorf bis zur Anschlussstelle Siegen-Süd im Dezember zwar mehrere Lärmschutzwände geplant seien, allerdings in den Überlegungen kein Lärmschutz auf der Obersdorfer Seite der Talbrücke Eisern und generell kein Lärmschutz auf der Wildener Seite der A45 vorgesehen sind.

„Wir halten generell Lärmschutzmaßnahmen an der A45 für die vom Autobahnlärm betroffenen Ortsteile Wilnsdorf, Rinsdorf, Obersdorf und Wilden für dringend erforderlich“, so die CDU-Fraktion in ihrem Antrag. „Wir begrüßen daher ausdrücklich die für die Ortsteile Obersdorf, Rinsdorf und Wilnsdorf bereits eingeplanten Lärmschutzmaßnahmen. Doch die bisher geplanten Maßnahmen reichen nicht weit genug.“

Lärmschutz Obersdorf

„Unzureichend ist, dass auf der Talbrücke Eisern nur auf der Eiserner Seite eine Lärmschutzwand errichtet werden soll“, heißt es im Antrag der Fraktion. „Der Schall von der Autobahn breitet sich durch das Tal des Obersdorfbaches bis hinauf in die Ortslage Obersdorf aus und führt dort zu erheblichen Lärmbelästigungen. Wenn nur einseitiger Lärmschutz auf der Talbrücke errichtet wird, kann durch Reflektion des Schalls der Schallpegel in Obersdorf sogar steigen. Deswegen sollten alle Anstrengungen unternommen werden, um im Zuge der Erneuerung der Talbrücke Eisern sowie in den Anschlussbereichen auch auf der Obersdorfer Seite eine Lärmschutzwand zu errichten.“

Lärmschutz Wilden

Nicht akzeptabel sei außerdem, dass für den Ortsteil Wilden überhaupt keine Lärmschutzmaßnahmen ergriffen werden sollen, heißt es im Antrag. Die Belastungssituation in Wilden seien vergleichbar mit den meisten Gebäuden in Wilnsdorf, Rinsdorf und Obersdorf, die vom bisher geplanten Lärmschutz profitieren würden. „Hier entstehen durch die geplanten Maßnahmen ungleiche Lebensverhältnisse.“

Die CDU-Fraktion stellt abschließend in ihrem Antrag die Forderung, den Bau einer Lärmschutzwand auf der Obersdorfer Seite der Talbrücke Eisern und auf der Wildener Seite der A45 in die Planungen zu integrieren. Dies solle vom Rat Wilnsdorf schnellstmöglich an den Landesbetrieb Straßenbau herangetragen werden, um auf Umsetzung zu drängen.

Bürgerinitiative mit Wildener Beteiligung

Im Zusammenhang mit diesem Thema wurde auch eine Bürgerinitiative (BI) reaktiviert (SiegerlandKurier berichtete), die 2007 für die Ortsteile Wilnsdorf, Rinsdorf und Obersdorf und Wilden angetreten ist. In der Leitung und als Sprecher der BI fungierten die damaligen Ortsvorsteher aus allen vier Ortsteilen. „Sie setzten sich seinerzeit nicht nur einvernehmlich und solidarisch für einen Neubau sowie lärmmindernde Maßnahmen auf der Talbrücke Rinsdorf ein, sondern auch für einen beidseitigen Lärmschutz der Ortschaften/Anwohner im Rahmen eines sich schon 2007 abzeichnenden sechsspurigen Ausbaus der A45“, teilt die CDU-Ortsunion Wilden in einer Presseinfo mit.

„Es ist lobenswert, wenn die Ortsvorsteher aus Rinsdorf und Wilnsdorf, deren Ortsteile nun in erster Linie nicht durch das Engagement der BI, sondern einfach durch die Anwendung einer anderen Rechtsgrundlage (Lärmvorsorge statt Lärmsanierung) in den Genuss des lange geforderten Lärmschutzes an der Autobahn kommen, weiter in der BI aktiv bleiben wollen. Es ist darüber hinaus ein unabdingbar wichtiges Zeichen für die Solidarität aller betroffenen Ortsteile.“ Die Vertreter des Ortsteiles Wilden wollen daher weiter im Vorstand der BI mitarbeiten.

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