Ziegenhof in Wilgersdorf verzeichnet gestiegene Nachfrage nach Bio-Eiern

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Nach dem Skandal um mit dem Insektizid Fipronil kontaminierte Eier aus den Niederlanden wird die Nachfrage nach Bio-Eiern aus der Region größer. Das spürt zumindest der Ziegenhof in Wilgersdorf.

Wilgersdorf. Der Skandal um mit Fipronil belastete Hühnereier aus den Niederlanden hat in den vergangenen Tagen für viel Aufregung und Verunsicherung gesorgt. Mehrere Discounter stoppten den Verkauf, Millionen Eier wurden vernichtet. 

Die Auswirkungen des Eklats spürt auch der Ziegenhof in Wilgersdorf. Jedoch mit umgekehrten Vorzeichen: Denn bei Landwirt Matthias Kühn gibt es nicht nur Ziegen- und Schafskäse aus eigener Herstellung, sondern auch frische Bio-Eier. Und die möchte jetzt jeder haben. 830 Hühner leben in seinem mobilen Stall, sie legen rund 740 Eier am Tag. Die verkauft Kühn an Privatkunden, aber auch an Biomärkte und andere Höfe. Langsam aber sicher wird der Eiervorrat knapp: „Die Läden würden gerne mehr bestellen, denn es werden jetzt mehr Bio-Eier gekauft. Das geht aber nicht, die Hühner legen ja nicht nur deswegen mehr Eier“, so Kühn nüchtern. Doch der Landwirt beruhigt: „Ausverkauft werden wir nicht sein. Jeder, der bei uns Eier kaufen möchte, wird auch welche bekommen.“ 

So positiv das Ganze von ökonomischer Seite betrachtet auch aussehen mag, freuen kann sich Matthias Kühn über diese Entwicklung nicht: „Ich finde es traurig, dass es immer erst zu einem solchen Skandal kommen muss, bevor sich etwas bewegt.“ Für ihn tragen ganz klar die Verbraucher die Schuld an der Misere, unterstützten die mit ihrem Kaufverhalten doch die industrielle und nicht artgerechte Massenproduktion von Billig-Eiern. „Die Verbraucher haben versagt. Erst wenn sie begreifen, dass man kein Ei für 9 Cent legal erzeugen kann, kann sich etwas ändern. Uns kostet die Herstellung eines Eis beispielsweise 22 Cent“, erklärt Kühn. Solange die Kunden im Supermarkt jedoch nach dem Eierkarton für 1,09 Euro greifen würden, bleibe alles beim Alten.

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