Zahlreiche Zuschauer verfolgten das Spektakel

2900-Tonnen-Koloss an der A45: Riesiger Stahlüberbau für Brücke eingehoben - Autobahn weiter gesperrt

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Da gab es richtig was zu sehen - viele Zuschauer verfolgten das Einheben der Brücke genau.

Viel Geduld mussten am Freitagabend auf dem hessischen Teil der Kalteiche etwa 300 Zuschauer mitbringen. Sie schauten sich live vor Ort an, wie die erste der beiden neugebauten Stahlverbundbrücken an der B54, die Nord-Brücke, an ihren endgültigen Platz eingehoben wurde. 

Haiger-Kalteiche - Das Vorhaben an der Landesgrenze zwischen Hessen und Nordrhein-Westfalen war in den vergangenen Monaten von Hessen Mobil minutiös vorausgeplant worden. Am Samstag wird es mit dem Einheben der zweiten Brücke, der Süd-Brücke (3200 Tonnen und 120 Meter Länge), fortgesetzt. Für das "Spektakel" muss die A45 zwischen den Anschlussstellen Wilnsdorf und Haiger/Burbach noch bis Sonntagabend voll gesperrt werden. 

Die Sperrung führte bereits am Freitagabend zu teils chaotischen Verhältnissen im Raum Burbach, Wilden und Gilsbach, woher die Umleitungsstrecke führt.

Spektakel an der A45: 2900-Tonnen-Koloss für B54-Brücke eingehoben

16 Motoren mit insgesamt 3200 PS sorgen für Fortbewegung

Wie der für das insgesamt 18 Millionen Euro teure Mammutprojekt zuständige Baudezernent Westhessen, Harald Mark, erklärte, sorgten 16 Motoren mit einer Gesamtleistung von stolzen 3200 PS dafür, dass sich der 98 Meter lange und 2900 Tonnen schwere blaue Koloss vor den Augen der gespannten Zuschauer Zentimeter um Zentimenter - in weniger als Schrittgeschwindigkeit - von dem Vormontageplatz zu den Brückenwiderlagern fortbewegte. Dafür brauchte es sogenannte selbstfahrende Plattform-Modultransporter mit 96 Achsen und 384 Rädern.

2900 Tonnen wiegt der 98 Meter lange Überbau.

Die Modultransporter der belgischen Fachfirma Sarens fuhren den 13,23 Meter breiten und 9,31 Meter hohen, bereits vollständig zusammengebauten Stahlbrückenüberbau in bereits fertiger Höhe über die Widerlager, wo er auf dem Lagersockel abgelassen wurde. Ein Kran hätte eine solch gewaltige Last gar nicht heben können, schilderte Mark. 

Interessierte Zuschauer verfolgten das Geschehen genau.

Beim Anheben des vollständig zusammengebauten Brückenüberbaus auf dem Vormontageplatz wurden zunächst hydraulische Pressen und anschließend Stahlstützkonstruktionen verwendet. Geschafft war die Aufgabe des Freitagabends dann gegen 23.50 Uhr.

Ersatzbau soll hundert Jahre Dienst leisten 

Das Besondere an der riesigen Baustelle sei das „Bauen außerhalb des Verkehrs" gewesen, so Mark, wodurch der Verkehr auch in den kommenden Wochen nicht zusätzlich eingeschränkt werden müsse. 

Der Ersatzbau für die ursprüngliche Spannbetonbrücke, die Mitte der 60er Jahre entstand und am 13. April 2018 gesprengt wurde, soll 100 Jahre seinen Dienst leisten und hat einen Korrosionsschutz für 40 Jahre. Alle drei Jahre erfolgt eine Prüfung des Bauwerks durch Experten. 

Die Modultransporter können die gewaltige Last des Stahlüberbaus bewältigen.

Auf der Montagefläche auf der A45 in Fahrtrichtung Frankfurt wurden die Fahrbahnen auf beiden Brücken bereits bewehrt (Betonbauteile werden verstärkt, um die Tragfähigkeit zu erhöhen) und betoniert. Allerdings habe der strenge Winter auf der Kalteiche für eine Verzögerung bei den Bauarbeiten geführt, da die Mischwerke eingefroren seien. 

Speziell auf die Bereiche Arbeitsschutz und Verkehrssicherheit habe man beim Bau besonderen Wert gelegt, schilderte Mark. Die neuen Brücken überspannen die A45 jetzt ohne Stützpfeiler, wie es noch bei den alten Bauwerken der Fall war. Dies mache die „sehr robust" gebauten Brücken „unterhaltungsfreundlicher", ergänzte Mark.

So geht es jetzt weiter:

Nach dem Brückeneinhub werden nun die Vormontageplätze auf der A45 zurückgebaut. Die Fahrbahnen auf den neuen Brücken werden noch versiegelt und asphaltiert. Zum Abschluss der umfangreichen Maßnahmen montieren Arbeiter die Schutzeinrichtungen und tragen die Fahrbahnmarkierungen auf. Bis Ende Herbst möchte Hessen Mobil das Großprojekt beenden und die dann fast zweijährige Sperrung der B 54 wieder aufheben, was gerade viele Südsiegerländer sehr freuen dürfte.

Von Thorsten Wroben

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Quelle: wa.de

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