Alte Kanal-Schleusen im Ruhrgebiet werden zum Sicherheitsrisiko

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Marl - Die mangelnde Wartung der Kanal-Schleusen im Ruhrgebiet wird zum Sicherheits-Risiko und bedroht auch die Versorgung der Industrie.

So seien die sogenannten Festmachpoller in sechs Schleusen am Wesel Datteln Kanal und in zwei Ruhrschleusen in Mülheim und Duisburg nicht mehr funktionsfähig, berichtete Oliver Jaswetz vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Duisburg. Der WDR hatte zuvor über das Thema berichtet.

Beim Festmachen der Schiffe in den bis zu 80 Jahre alten Schleusen könnten die Poller schlimmstenfalls abreißen, sagte Jaswetz. Durch unkontrolliert zurückschnellende Seile seien dann sogar schwere Unfälle mit Todesfolge denkbar. Bei einem Vorfall mit einem abbrechenden Poller im Jahr 2010 sei jedoch glücklicherweise niemand verletzt worden.

Um die Sicherheit zu gewährleisten, sei geplant, mit Hilfe von zusätzlichem Personal den Schiffen ein Festmachen auf den intakten Pollern auf der Schleusenplattform zu ermöglichen. Bis dahin würden nur einzelne Schiffe in die Schleuse gelassen. Hintergrund des Problems seien jahrelange Einsparungen an der Instandhaltung der Schleusen und fehlendes Personal. Mit einer Sanierung sei frühestens Ende kommenden Jahres zu rechnen.

Mit jährlich bis zu 2500 Schiffen, die im Auftrag von Unternehmen aus dem Chemiepark Marl die Schleusen nutzen, ist einer der größten Arbeitgeber des nördlichen Ruhrgebiets auf die Funktionsfähigkeit der Wasserstraße angewiesen. Schon jetzt müsse ein erhöhter Aufwand getrieben werden, um die gut 100 Produktionsanlagen auf dem rund sechs Quadratkilometer großen Gelände mit Rohstoffen zu versorgen, berichtete Chemiepark-Sprecherin Alexandra Boy. In dem drittgrößten deutschen Chemiepark werden jährlich mit rund 10 000 Beschäftigten mehr als vier Millionen Tonnen Produkte produziert.

Quelle: wa.de

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