Autobahnteilstück feiert Jubiläum

Als Lüdenscheid Teil der Sauerlandlinie wurde: Königin der Autobahnen wird 50

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Blick auf die A 45 von der Brücke bei Winkeln in Richtung Lüdenscheid.

Lüdenscheid - Heute vor 50 Jahren war es endlich soweit – Lüdenscheid wurde an das Autobahnnetz der A 45 angeschlossen. Verkehrsminister Georg Leber nahm die berühmte Schere in die Hand und schnitt das rot-weiße Band durch. Etwa 20 Kilometer ist das Teilstück vom Kreuz Hagen bis zur Anschlussstelle Lüdenscheid lang. Damals hieß sie noch Lüdenscheid-Ost.

Bis zur Fertigstellung war ein langer und, man kann sagen, ein steiniger Weg im wahrsten Sinne des Wortes. Die Lüdenscheider Nachrichten wussten bereits am 20. November 1959 zu berichten, dass der Verlauf der Sauerlandlinie feststehe. 

Mit einem multimedialen Lesestück haben wir bereits im vergangenen Jahr einen Blick auf den Bau der Sauerlandlinie, ihren Ist-Zustand und die Maßnahmen, die für die nächsten Jahre geplant sind, geworfen.

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Die Stadt Plettenberg sollte damals mit an die Sauerlandlinie angebunden werden. Heute ist sie etwa 15 Kilometer Luftlinie davon entfernt. Bis zum Baubeginn mussten viele Vorbereitungen getroffen werden. 1960 richtete man deshalb in Lüdenscheid ein Autobahn-Neubauamt ein, dessen Mitarbeiterzahl im Laufe des Jahres auf 36 Mann anwuchs. 

Bau der Rahmedetalbrücke

Ein Highlight für den heimischen Bauabschnitt war die mehr als 70 Meter hohe und 453 Meter lange Rahmedetalbrücke. Allein der Bau der insgesamt zwölf Stützpfeiler, auf jeder Talseite sechs, war eine große Herausforderung, denn es mussten mehrere für schwere Lastwagen taugliche Auffahrten zu den nördlichen und südlichen Brückenenden geschaffen werden. 

Die Autobahntrasse kurz vor der Fertigstellung.

Neben der Rahmedetalbrücke mussten auf dem gesamten 20 Kilometer langen Bauabschnitt zwischen Hagen und Lüdenscheid noch fünf weitere Talbrücken errichtet werden. Das waren von Lüdenscheid aus gesehen die Sterbecketalbrücke mit einer Länge von 265 Metern, die Talbrücke Eichelnbleck (314 Meter), Sürenhagen (252 Meter), Brunsbecke (540 Meter) und die Talbrücke Kattenohl, die kürzeste mit 207 Metern, die am Hang zum Aufstieg zwischen Hagen und den Sauerländer Höhen liegt.

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Als die Eröffnung kurz bevorstand, wurden Teilstücke der Autobahn zur Besichtigung für die Bevölkerung frei gegeben, und Massen von Besuchern kamen zu Fuß, mit Fahrrädern und Rollschuhen. Familien machten mit Kindern und Kinderwagen einen Sonntagsausflug, bewunderten die breiten rauen Fahrbahnen und machten Fotos aus der Höhe der Rahmedetalbrücke. 

Vom Kreuz Hagen bis Lüdenscheid-Mitte sind es 20 Kilometer.

"Sauerlandlinie eine der schönsten Autobahnen Europas"

Am 24. Oktober war der große Tag. Nach einer Bauzeit von vier Jahren und zwei Monaten durchschnitt Bundesverkehrsminister Georg Leber gemeinsam mit dem damaligen Lüdenscheider Bürgermeister Peter Hamel und Oberstadtdirektor Dr. Helmut Tellermann das weiße Band. 

In seiner Rede erwähnte Leber, dass der Raum Lüdenscheid nun enger mit dem Ruhrgebiet verbunden sei und dass die Sauerlandlinie sicher mal eine der schönsten Autobahnen Europas sein werde. Am 25. Oktober 1971 schließlich bekam Lüdenscheid auch die Verbindung nach Süden: von Lüdenscheid-Mitte bis Freudenberg wurden weitere 48 Kilometer freigegeben. Von Jürgen Hölscher

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Schwere Caterpillar-Fahrzeuge waren beim Bau im Einsatz.

Quelle: wa.de

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