Großeinsatz am Abend für Feuerwehr und Polizei

Brandanschlag auf Zeugen Jehovas in Menden - Pulver kein Gefahrstoff

+

[Update 22.54 Uhr] Menden - Großeinsatz am Montagabend für Feuerwehr und Polizei in Menden! Mitten im Wohngebiet am Grüner Weg, der parallel zur L680 (Bräukerweg) vom Ortsteil Platte Heide in die Stadtmitte verläuft, war an mehreren Stellen des Gebäudes der Glaubensgemeinschaft Zeugen Jehovas Feuer gelegt worden. Außerdem wurde im Eingangsbereich ein unbekanntes weißes Pulver gefunden. Um 22.50 Uhr kam die Entwarnung: Dabei handelte es sich nicht um einen Gefahrstoff.

Neben 80 Feuerwehrleuten aus Menden waren 17 Spezialisten aus Dortmund vor Ort. Denn die Mendener Feuerwehr, die auch über eigene Gefahrgut-Experten verfügt, hatte schnell Kontakt mit der Analytischen Taskforce (ATF) der Feuerwehr Dortmund aufgenommen.

Kurz vor 22 Uhr trafen die Spezialisten aus Dortmund mit mehreren Fahrzeugen und 17 Einsatzkräften in Menden ein. Sie sollten über erste Schnelltests der Probe bestimmte Gefahrenstoffe ausschließen.

Die Feuerwehr Menden, die so lange unverändert mit allen Kräften vor Ort war, sprach derweile von einer statischen Lage: Das weiße Pulver war unter entsprechenden Schutzmaßnahmen komplett aufgenommen und den Dortmunder Spezialisten zur Analyse übergeben worden. 30 Minuten sollte das nur dauern, am Ende wurde es fast doppelt so lange. Dann die Entwarnung: Das weiße Pulver war ungefährlich. 

Die polizeiliche Federführung für den Einsatz lag relativ zügig beim Polizeipräsidium in Hagen. Auskünfte zum Einsatz will die Behörde erst am Dienstag geben, die Leitstelle der Kreispolizeibehörde Märkischer Kreis verwies am Abend auf die Kollegen an der Volme und den nächsten Tag.

Angeblich gibt es bereits seit einem längeren Zeitraum Vorfälle zu Lasten der Zeugen Jehovas, so dass selbst der Staatsschutz eingeschaltet worden war. Deswegen jetzt auch die Federführung in diesem Fall durch das Polizeipräsidium in Hagen, wo der Staatsschutz angesiedelt ist.

Vom "Löschangriff" zum Gefahrgut-Einsatz"

Nach Informationen unserer Redaktion entwickelte sich der vermeintlich "normale" Löschangriff der Mendener Wehr schnell zu einem sogenannten Gefahrgut-Einsatz.

Denn die ersten Kräfte fanden im Eingangsbereich des sogenannten Königreichssaales der Zeugen Jehovas das beschriebene weiße Pulver. Polizeibeamte fanden ihrerseits wenig später in der Nähe des Tatortes, der weiträumig abgesperrt ist, eine Tasche mit Grillanzündern.

Ganz offensichtlich war das Feuer vorsätzlich gelegt worden. An mehreren Stellen sei gezündelt worden, so die Feuerwehr, die den Brand selbst schnell unter Kontrolle hatte.

Die Feuerwehr-Löschzüge Menden-Mitte und Süd wurde teilweise auch per Sirenenalarm zum Brandort gerufen - entsprechend groß war schnell die Aufmerksamkeit vor Ort, aber auch in den sozialen Netzwerken wie Facebook.

Schnell schossen Gerüchte ins Kraut, selbst von einer möglichen Evakuierung war die Rede.

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare