Es seien mehrere hundert Menschen infiziert

Coronavirus: Seit Freitagabend herrscht Gewissheit in einem Verdachtsfall

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Coronavirus: Im Siegener Kreisklinikum wird ein Mann behandelt, der kürzlich von einer China-Reise zurückgekehrt ist. 

Bei zwei Patienten aus dem Kreis Siegen-Wittgenstein hat sich der Verdacht auf eine Ansteckung mit dem Corona-Virus nicht bestätigt. Beim Verdachtsfall im Kreis Unna gibt es seit Freitagabend ebenfalls Entwarnung. Ein Unbekannter verbreitete dort Fake News. 

  • Es gab Coronavirus-Verdachtsfälle in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Unna.
  • Für die beiden Fälle in Siegen gab es am Freitagmorgen Entwarnung.
  • Auch im Fall aus dem Kreis Unna gibt es seit Freitagabend Entwarnung.

Update 26. Februar:  Einen ersten Fall des Coronavirus gibt es nun auch in NRW. Ein Mann ist lebensgefährlich erkrankt.

Update, 31. Januar, 20.25 Uhr: Das Befundergebnis aus Berlin liegt vor. "Der Verdacht auf ein Corona-Virus hat sich nicht bestätigt. Das Corona-Virus konnte nicht nachgewiesen werden. Der Patient kann nun aus der stationären Behandlung entlassen werden", erklärte das St.-Marien-Hospital Lünen am Freitagabend auf Facebook.

Update, 31. Januar, 18.15 Uhr: Das St.-Marien-Hospital in Lünen hat mit Fake News zu kämpfen. In dem Klinikum liegt ein Patient mit Verdacht auf Coronavirus. Jetzt werden offenbar gezielt Falschinformationen verbreitet - insbesondere über den Kurznachrichtendienst WhatsApp. 

Wie der Geschäftsführer des St.-Marien-Hospitals, Axel Weinand, in einem Post auf der Facebook-Seite des Krankenhauses schreibt, gebe sich eine Person als Mitarbeiter der Intensivstation aus und bringe nachweislich falsche Informationen in Umlauf. 

Coronavirus: Besonders krasse Falschinformation, es hätten sich mehrere hundert Personen infiziert

Besonders krass ist offenbar die falsche Information, dass sich in Lünen schon viele hundert Menschen angesteckt hätten. 

"Diese Behauptungen sind Fake News und Panikmache in einer Situation, wo sich das Klinikum Lünen in Abstimmung mit dem Kreis Unna um einen uns anvertrauten Patienten und den Schutz der Bevölkerung kümmert", so Weinand. 

Man habe deshalb sofort Strafanzeige gegen den Verbreiter dieser Falschinformationen gestellt und werde dies mit aller Härte nachverfolgen.

So weit ist die Diagnostik beim Corona-Verdachtsfall im Kreis Unna

Bei dem bei dem Patienten, der in dem Lünener Krankenhaus liegt, erfolgt derzeit eine Coronavirus-Diagnostik. Eine Infektion des Patienten mit dem Corona-Virus sei unwahrscheinlich, heißt es in dem Post weiter. Doch vor dem Erhalt des Ergebnisses sei es eben nicht ausgeschlossen, dass der Patient tatsächlich an dem Virus erkrankt ist. Sicherheitshalber seien deshalb alle Schutzmaßnahmen ergriffen worden.

Auch in Hamm sind bereits massiv Fakenews zu einem angeblichen Coronavirus-Fall verbreitet worden. Das hatte teils Angst geschürt. Die Bevölkerung war verunsichert. Die Polizei hat sich ganz klar dazu geäußert.

Lesen Sie hier unserer bisherige Berichterstattung zu den Coronavirus-Verdachtsfällen in NRW

Update, 31. Januar: Bei zwei Patienten aus dem Kreis Siegen-Wittgenstein hat sich der Verdacht auf eine Ansteckung mit dem Corona-Virus nicht bestätigt. Die beiden Männer seien nicht infiziert, teilte der Kreis am Freitagmorgen mit.

Das habe die Auswertung der Proben an der Charité in Berlin ergeben. Damit können die Männer nun die Isolierstation des Kreisklinikums verlassen und nach Hause zurückkehren. Beide Patienten waren kürzlich in China gewesen und hatten danach über Beschwerden der Atemwege geklagt.

Dem Patienten aus Kamen gehe es gut, er habe nur Erkältungssymptome und sei aus rein prophylaktischen Gründen isoliert worden, sagte der Geschäftsführer des St.-Marien-Hospitals, Axel Weinand, am Freitag. Man werde in Lünen voraussichtlich am späten Freitagabend oder am Wochenende Gewissheit aus Berlin haben, kündigte Weinand an.

Coronavirus-Verdachtsfall im Kreis Unna: In Wuhan aufgehalten

Die Gesundheitsbehörde des Kreises Unna meldet in Sachen Coronavirus den ersten Verdachtsfall in ihrem Zuständigkeitsbereich. Es handele sich demnach um einen Mann aus Kamen (Jahrgang 1963).

"Er befindet sich seit heute Morgen (30. Januar) im Klinikum Lünen und ist dort isoliert. Sein Gesundheitszustand ist nach Mitteilung der Klinik nicht besorgniserregend", heißt es in einer Mitteilung vom frühen Donnerstagnachmittag.

Nach bisherigen Ermittlungen der Gesundheitsbehörde habe sich der Betroffene mehrere Wochen lang beruflich in der Gegend Wuhan aufgehalten und sei am 10. Januar nach Deutschland zurückgekehrt.

"Er litt unter Reizhusten, maß dem aber erst wohl keine besondere Bedeutung bei. Nach einem Arztbesuch in Kamen wurde er am 30. Januar in das Lüner Krankenhaus eingewiesen.

Dort wurden verschiedene Proben genommen und in Labore zur Untersuchung weitergeleitet. Konkrete Ergebnisse werden nicht vor dem Wochenende erwartet", so der Kreis Unna.

Alles zu den beiden Coronavirus-Verdachtsfälle in Siegen

Hier lesen Sie unsere Berichterstattung vom 29. Januar

In Siegen gibt es erste Verdachtsfälle auf das Coronavirus. Das Kreisklinikum geht von zwei Patienten aus, die als Verdachtsfälle gelten. 

Zunächst war von drei Coronavirus-Verdachtsfällen die Rede gewesen, doch nach Abklärung der Patienteninformationen hat das Kreisklinikum die Zahl von drei auf zwei korrigiert. In dem neuen Fall habe es sich um eine Mehrfachmeldung gehandelt, teilte der Kreis Siegen-Wittgenstein mit.

Erst am Dienstagvormittag hatte der Kreis Siegen-Wittgenstein in einer Pressemitteilung bekanntgegeben, dass das Kreisgesundheitsamt, der Rettungsdienst und die Kliniken in Siegen sich auf das Auftreten des Coronavirus vorbereiten. Abläufpläne wurden herausgegeben, um im Ernstfall gut vorbereitet zu sein. 

Coronavirus in Siegen: Kreisklinikum untersucht Patienten

Der mögliche Ernstfall ließ nicht lange auf sich warten: Seit Dienstag liegt ein Mann auf der Isolierstation im Kreisklinikum. Das bestätigte die Pressestelle des Kreises Siegen-Wittgenstein am Mittwochmorgen. Der Mann sei mit leichten Symptomen zu seinem Hausarzt gegangen. Der habe dann sofort Kontakt zum Kreisgesundheitsamt aufgenommen. 

Nach Angaben des Kreisklinikums Siegen wird dort eine weitere Personen mit Verdacht auf das Coronavirus behandelt. Weitere Hintergründe dazu sind derzeit aber nicht bekannt. 

Ob tatsächlich Infektionen mit dem Coronavirus vorliegen, könne erst "nach Abschluss der Diagnostik" gesagt werden. Hierzu wurden Abstrichproben aus dem Nasen-Rachen-Raum an das Referenzlabor der Charité Berlin versandt. Ein Ergebnis liegt voraussichtlich innerhalb von zwei Tagen vor. 

Für den Patienten, der bereits am Dienstag eingeliefert worden war, liegen die Ergebnisse frühestens am Donnerstag vor. Für den Patienten, der am Mittwoch nach Ankündigung des Hausarztes eingetroffen ist, erwartet das Klinikum frühestens am Freitag ein Ergebnis. 

Coronavirus in Siegen: Wer hatte Kontakt zu Patienten?

Sollte sich der Verdacht bestätigen, dass die Patienten sich mit dem Coronavirus infiziert haben sollte, müssen die Personen gesucht werden, die Kontakt zu ihnen hatten. Weitere Informationen sollen im Laufe des Tages bekanntgegeben werden. 

Die Isolierstation des Kreisklinikums umfasst 27 Betten und beschäftigt 18 Mitarbeiter, die sehr erfahren im Umgang mit hochinfektiösen Erkrankungen sind.  Die Isolierstation steht für Personen mit Verdacht auf Coronavirus zur Verfügung und die Betreuung der sicher isolierten Patienten erfolgt genau nach den Richtlinien des Robert Koch-Instituts (RKI). 

Die Zimmer auf der Isolierstation sind mit einem Vorraum und zwei Türen, also einer Schleuse ausgestattet. Besonders ist zudem im Vergleich zu einer Normalstation, dass die Zimmer speziell belüftet sind und über ein eigenes isoliertes Belüftungssystem verfügen. 

Es besteht ein Unterdruck, sodass nichts aus dem Zimmer nach draußen treten und auch nicht ins allgemeine Belüftungssystem der Klinik gelangen kann. Außerdem verfügen die Patientenzimmer ausnahmslos über eine eigene Nasszelle.

„Als das Krankenhaus mit einer Isoliereinheit sind wir für den Kreis Siegen-Wittgenstein und Olpe zuständig und selbstverständlich auf das Coronavirus vorbereitet. Unser Team aus Ärzten, Gesundheits- und Krankenpflegern sowie Hygienefachkräften hat sich unmittelbar nach den ersten Meldungen aus China umfassend vorbereitet und die Vorgehensweise festgelegt“, erklärt Prof. Dr. Martin Grond, Ärztlicher Direktor des Kreisklinikums Siegen.

 Das Team des Kreisklinikums ist speziell auf den Umgang mit hochinfektiösen Krankheiten geschult und im Umgang mit ähnlichen Krankheitsbildern bereits erprobt. In Kooperation mit dem Kreisgesundheitsamt und den involvierten Mitarbeitern wurde daher schon früh eine Meldekette festgelegt und besondere Schutzmaßnahmen für Mitarbeiter und Patienten definiert. 

Aktuell befindet sich das Klinikum in engem Austausch mit dem Gesundheitsamt.

In China haben sich bislang (Stand Mittwoch 10 Uhr) mehr als 6000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, mehr als 130 kamen ums Leben. In Deutschland gibt es bisher vier bestätigte Fälle des Coronavirus. In München wurde eine Task-Force eingerichtet. Erst am Montag hatte es im Märkischen Kreis Aufregung um einen angeblichen Coronavirus-Verdacht gegeben: In Iserlohn hatte sich ein Schüler aus China nicht gut gefühlt.

Quelle: wa.de

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