Entflohener Sicherungsverwahrter der JVA Werl

Daniel Vojnovic: So äußert sich Justizminister Biesenbach im Rechtsausschuss des Landtags

+
Daniel Vojnovic flüchtete bei einer ungefesselten Ausführung aus der JVA Werl. Der gefährliche Verbrecher ist nach einer Woche immer noch verschwunden.

Werl/Düsseldorf – Noch immer fehlt von Daniel Vojnovic jede Spur. Die Flucht des gefährlichen Häftlings aus der JVA Werl war am Mittwoch Thema im Rechtsausschuss des Landtags in Düsseldorf. Warum war der Sicherungsverwahrte bei seiner Ausführung nicht gefesselt?

  • Vojnovic entwich bei einer ungefesselten Ausführung aus dem Haus seiner Eltern in Bad Salzuflen 
  • Das Justizministerium erklärte nun, warum er ungefesselt aus der JVA Werl durfte
  • Der Verbrecher soll eine Todesliste geführt haben, von dieser haben die JVA Werl und das Justizministerium offenbar keine Kenntnis

Daniel Vojnovic: So äußert sich Justizminister Biesenbach

Justizminister Peter Biesenbach (CDU) legte im Rechtsausschuss des Landtags dar, warum Daniel Vojnovic bei der Ausführung nicht gefesselt war. Eine Woche nach seiner Flucht aus der Sicherungsverwahrung ist der 31-Jährige laut Ministerium noch immer verschwunden.

Biesenbach knüpfte an seinen bereits vor der Sitzung veröffentlichten Bericht an. Er wies darauf hin, dass nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts auch Sicherungsverwahrte Anspruch auf Erhalt der Lebenstüchtigkeit haben. 

Vollzugslockerungen für die Reintegration 

Biesenbach erinnerte an Aussagen seines Amtsvorgängers Thomas Kutschaty (SPD). Dieser habe Vollzuglockerungen als wichtige Voraussetzungen für eine Reintegration in die Gesellschaft genannt. Diese Einschätzung teile er, so Biesenbach. Er verwies zudem auf entsprechende Urteile. Man werde die Umstände des Werler Falls jetzt allerdings genau prüfen, um - so wörtlich - in Zukunft besser zu werden.

Peter Biesenbach

Vertreter der Opposition fragten nach einer angeblichen Todesliste, die der entflohene Vojnovic erstellt haben soll, und der Zahl der Personen, die jetzt vor möglichen Angriffen des Geflüchteten geschützt werden. Dazu hat das Justizministerium selbst aber keine Kenntnisse. Auch der Vollzug habe keine Erkenntnisse über eine Todesliste.

Daniel Vojnovic floh mit dem Auto seiner Eltern

Es werde vermutet, dass der Mann mit dem Auto seiner Eltern geflohen ist. Wie er an die Autoschlüssel gelangen konnte, sei noch nicht geklärt. Man gehe von Diebstahl und nicht einer Fluchthilfe aus. Die beiden Beamten, die den Mann begleitet hatten, seien weiter im Dienst, gegen sie würden aber dienstaufsichtsrechtliche Maßnahmen eingeleitet.

Der 31-jährige Daniel Vojnovic war am vergangenen Mittwoch in Bad Salzuflen bei einem Familienbesuch zwei begleitenden Beamten entkommen und mit dem Auto seiner Eltern geflüchtet. Seit Donnerstag wird europaweit nach ihm gefahndet.

Das hat sich der JVA-Flüchtling zu Schulden kommen lassen

Laut JVA Werl hatte er nach einer Reihe anderer Straftaten 2014 einem Mann ins Bein geschossen, war seit Januar 2015 in Haft und seit März 2018 in Sicherungsverwahrung untergebracht. Der geflüchtete Vojnovic war 2015 wegen gefährlicher Körperverletzung in Tateinheit mit Führen einer halbautomatischen Kurzwaffe zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und acht Monaten verurteilt worden.

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare