Drei Fragen an drei Kandidaten

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Düsseldorf - Die NRW-Wahl hatte für alle Parteien Überraschungen parat. In Düsseldorf hat unser Korrespondent Robert Vornholt drei Kandidaten je drei Fragen gestellt:

Ina Scharrenbach, NRW-CDU-Parlamentarierin, Landeschefin der Frauen-Union und Direktkandidatin im Wahlkreis Unna/Hamm, SPD-Fraktionschef und Direktkandidat im Wahlkreis Soest I, Norbert Römer, und Christof Rasche, parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Landtagsfraktion und Direktkandidat im Kreis Soest II, beziehen im Kurzinterview Position zum Wahlausgang: 

Wie bewerten Sie das Wahlergebnis? 

Scharrenbach: Rotgrün ist abgewählt. Die Menschen wollten den Politikwechsel – und haben ihn gewählt.

Römer: Das ist eine schmerzhafte und bittere Niederlage für die SPD. Da gibt es nichts zu beschönigen. Wir sind mit unserer Politik und unseren Inhalten in der Wahlauseinandersetzung nicht durchgedrungen. Die Ursachen dafür werden wir in den Gremien besprechen und Konsequenzen ziehen. Der Rücktritt von Hannelore Kraft vom SPD-Landesvorsitz und als SPD-Vize-Bundesvorsitzende verdient unseren Respekt – meinen sowieso. Sie hat mit uns gemeinsam bis zur letzten Minute gekämpft. Der CDU habe ich zum Wahlsieg gratuliert. Sie muss jetzt eine Regierung bilden. 

Rasche: Die FDP hat mit über zwölf Prozent das beste Ergebnis seit 1950 erzielt. Das ist ein Ergebnis harter Arbeit der vergangenen Jahre, insbesondere seit dem Ausscheiden aus dem Bundestag 2013. Klar ist: Wir bleiben auf dem Teppich! Die Bürgerinnen und Bürger haben Rot-Grün abgewählt. Das ist kein Grund zur Häme. Aber ein Grund zur Zuversicht für unser Land: Denn es kann nur besser werden! 

Ina Scharrenbach, CDU


Welche Konsequenzen ergeben sich aus dem Wählervotum für die künftige Arbeit der Partei und Fraktion? 

Scharrenbach: Die CDU hat den eindeutigen Auftrag zur Regierungsbildung bekommen. In welchen möglichen Konstellationen dies umgesetzt werden kann, bleibt offen.

Römer: Wir werden in einem geordneten Verfahren analysieren, welche Ursachen unsere Niederlage hat. Wir werden weiter eine starke Stimme für soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit und für die Interessen der Arbeitnehmer sein. Wo werden Sie künftig persönlich die Schwerpunkte in Ihrer Arbeit setzen? Römer: Ich werde hierfür in den nächsten Tagen einen geordneten Prozess in die Wege leiten und die erforderlichen Gespräche in der Partei und der Fraktion führen.

Rasche: Wir sind eigenständig in die Wahl gegangen und fühlen uns keiner anderen Partei in irgendeiner Form verpflichtet.

Norbert Römer, SPD


Wo werden Sie künftig persönlich die Schwerpunkte in Ihrer Arbeit setzen? 

Scharrenbach: Es ist noch alles offen. Ich hoffe, dass ich in der künftigen Landesregierung eine führende Funktion übernehmen kann.

Römer: Wir werden weiter eigenständig unsere Entscheidungen für die neue Wahlperiode treffen. Es gilt alles weiter, was wir vor der Wahl gesagt haben. 

Rasche: Bis zur Bundestagswahl möchte ich gerne meine Arbeit als Parlamentarischer Geschäftsführer in der neuen Landtagsfraktion fortsetzen, um die Regierungsbildung in NRW zu begleiten und um Christian Lindner, der natürlich auch im Bundestagswahlkampf viel im Land unterwegs sein wird, in Düsseldorf den Rücken freizuhalten.

Christof Rasche, FDP



Quelle: wa.de

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