Ehefrau an Silvester erdrosselt: Gebürtiger Hammer zu zehn Jahren Haft verurteilt

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Ein Ahlener wurde in Münster wegen Totschlags zu zehn Jahren Haft verurteilt.

Ahlen/Hamm/Münster - Nach einem tödlichen Ehedrama in der Silvesternacht ist ein 52-jähriger Mann aus Ahlen, der gebürtig aus Hamm kommt, am Freitag zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. 

Zehn Jahre Gefängnis für einen brutalen Totschlag – so lautete am Freitag das Urteil des Landgerichts Münster gegen einen 52-jährigen Mann. Der in Hamm geborene und dort zunächst aufgewachsene Mann hatte in der Neujahrsnacht 2017 seine Ehefrau in Ahlen zunächst heftig mit einem Holzbrett geschlagen und dann erwürgt. 

Diesen Tathergang sah die Schwurgerichtskammer als erwiesen an. Dabei sei er mit großer Gewalt vorgegangen und habe in voller Tötungsabsicht gehandelt, stellte die vorsitzende Richterin fest. Dafür spreche allein schon das fünf Minuten lange Würgen mit Hilfe des Brettes. Mordmerkmale konnte das Gericht allerdings nicht feststellen. 

Der Angeklagte habe nicht geplant, seine Frau umzubringen. Außerdem sei er nicht vorbestraft. Deshalb entschied die Kammer, im mittleren Bereich des Strafrahmens für Totschlag zu bleiben. Der reicht von fünf bis 15 Jahren. Das Gericht folgte den Ausführungen des psychiatrischen Gutachters, wonach der 52-Jährige seelisch gesund und auch zum Tatzeitpunkt nicht psychisch eingeschränkt gewesen sei. 

Allerdings zeige er einen ausgeprägten Mangel an Mitgefühl für andere Menschen und habe ein egozentrisches Sexualleben geführt. Schon seine erste Ehefrau hatte er mehrfach betrogen, seine zweite dann noch häufiger. Ständig habe er sich in einschlägigen Internet-Portalen bewegt und nach sexuellen Kicks gesucht. Dass er seine zweite Frau damit eifersüchtig und misstrauisch machte, wollte er nicht einsehen. 

Vielmehr fühlte er sich von ihr kontrolliert und in der Silvesternacht schließlich zu der Gewalttat getrieben. Dabei hatte er weder Alkohol noch Drogen im Blut und sei letztlich voll steuerungs- und schuldfähig gewesen. Den Blackout, wonach er sich an alles vorher und nachher, jedoch nicht an die Tat selbst erinnern könne, hatte ihm der Gutachter nicht abgenommen. 

Auch da folgte das Gericht dem Experten. Bevor die Kammer über das Urteil beriet, hatte der Angeklagte das letzte Wort. Er schloss sich den Ausführungen seines Anwalts an und meinte lapidar: „Mehr habe ich dazu nicht zu sagen.“ Damit lag er offenbar goldrichtig. Wenn er sich in der Haft gut führt, könnte er nach Verbüßung der halben Strafe, wieder in Freiheit sein.

Von Matthias Münch

Quelle: wa.de

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