Sicherheit beim Karneval ein großes Thema

Fragen und Antworten: Kann ich für bestimmte Kostüme strafrechtlich belangt werden?

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Schwere Zeiten für Räuber und Piraten: Waffen und der Karneval.

Westfalen - Strenge Sicherheitsvorkehrungen gehören mittlerweile zum Karneval wie Kostüme - erst recht nach dem Terroranschlag von Berlin. Problematisch wird es daher, wenn man seine Verkleidung mit besonders martialischen Gimmicks oder Waffenattrappen garniert. Ein Überblick.

Terroristen-Kostüm? Nun ja. Soldatenuniform? Geht. Originalgetreue Gewehr-Attrappe? Besser nicht. Wer in diesen Tagen an einem eher martialischen Karnevalskostüm feilt, sollte nicht zu viel Perfektionismus an den Tag legen. 

Nach den Terroranschlägen des vergangenen Jahres werden die Sicherheitsbehörden ein sehr genaues Auge auf den Straßenkarneval werfen - und bei Verdachtsmomenten nicht lange fackeln. Für den Jeck mit Piraten-Säbel, Cowboy-Pistole oder SEK-Gewehr stellt sich damit die Frage: Was geht? Und was geht nicht? Ein kleiner Leitfaden. 

Darf ich mich in diesem Jahr verkleiden, wie ich will? 

Trotz der Angst vor Terroranschlägen gibt es keine besonderen Vorgaben. So rät das Festkomitee Kölner Karneval den Jecken nicht ausdrücklich von bestimmten Verkleidungen ab. "Wir verbieten keinem Jecken sein Kostüm", heißt es auch von Seiten der Kölner Polizei. 

"Allerdings appellieren wir an den gesunden Menschenverstand der Karnevalisten", sagt ein Polizeisprecher. So sei es vollkommen in Ordnung, sich als Soldat zu verkleiden, "die originalgetreue Attrappe eines Maschinengewehrs sollte man aber lieber zu Hause lassen". Es gebe Spielzeugwaffen, die selbst Polizisten auf kurze Distanz nicht von echten Pistolen oder Gewehren unterscheiden könnten. 

"In solchen Situationen müssen die Jecken sich dann damit abfinden, dass sie auch mal 30 Minuten kontrolliert werden und eine solche Attrappe sichergestellt werden kann", sagt der Behördensprecher. In Extremsituationen könne es sogar dazu kommen, dass die Beamten selbst ihre Waffe ziehen müssten. 

Worauf muss ich achten, wenn ich trotzdem eine Spielzeugwaffe mit zum Feiern nehmen will? 

Spielzeugwaffen müssen auch als solche gekennzeichnet werden. "Wir verkaufen ausschließlich CE-zertifizierte Spielzeugwaffen, die eine bunte Kappe auf der Mündung haben", sagt Björn Lindert, Geschäftsführer des Karnevals- und Kostümverkaufs Deiters. So sei sofort erkennbar, dass es sich nicht um eine echte Waffe handle. 

"Karneval ist ein lustiges, buntes Ereignis, da haben martialische und geschmacklose Verkleidungen wie ein Terrorist mit einem Bombengürtel oder ein Flüchtlingskostüm nichts zu suchen", so Lindert. "So etwas haben wir deshalb überhaupt nicht im Sortiment." 

Ohnehin habe die Nachfrage nach den in den vergangenen Jahren beliebten Polizisten- oder Spezialkräfte-Kostümen abgenommen. "Diesen Karneval werden viele Jecken als Pantomimen oder Märchenfiguren verkleidet unterwegs sein", sagt Lindert. "Außerdem haben wir extrem viele Donald-Trump-Perücken verkauft." 

Kann ich für bestimmte Kostüme strafrechtlich belangt werden? 

Unter bestimmten Umständen kann das passieren. "Wenn ich in einer echten Polizei- oder Feuerwehruniform Karneval feiere, könnte das als Missbrauch von Titeln, Berufsbezeichnungen und Abzeichen nach Paragraf 132a des Strafgesetzbuches interpretiert werden", sagt der Kölner Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer. 

Das kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder einer Geldstrafe geahndet werden. "Wenn man an der Uniform allerdings etwas anbringt, das deutlich zeigt, dass man kein echter Amtsträger ist, besteht diese Gefahr nicht", sagt Bremer.

Quelle: wa.de

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