Frau erwürgt, Leiche verscharrt: Lebenslange Haft für Marktverkäufer

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Symbolbild

Bochum - Ein Mann gesteht einen Mord, obwohl man ihm vielleicht gar nichts hätte nachweisen können. Jetzt wurde er verurteilt.

Sieben Monate nach dem Fund einer Frauenleiche in einem Park in Herne ist ein Marktverkäufer aus Gelsenkirchen wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Der 36-Jährige hatte gestanden, im vergangenen Sommer eine zwei Jahre ältere Frau vergewaltigt und anschließend erwürgt zu haben.

Es war die Nacht auf den 10. Juli 2016, als der Angeklagte an einem Herner Kiosk auf sein späteres Opfer traf. Man war sich offenbar sympathisch, verbrachte die folgenden Stunden zusammen - bei jeder Menge Wodka. Die letzte Flasche wurde um 01.18 Uhr an einer Tankstelle gekauft. Das Überwachungsvideo zeigt die beiden, wie sie den Verkaufsraum Arm in Arm verließen. Die gute Stimmung war jedoch nicht von Dauer. Schon kurze Zeit später ist es laut Urteil in einem nahen Park zu ersten sexuellen Übergriffen des Angeklagten gekommen. 

Als sich die 38-Jährige wehrte, habe der Angeklagte der Frau mit der Faust ins Gesicht geschlagen, sie in ein Gebüsch geschleppt und dort vergewaltigt. Später habe er sie dann erwürgt - aus Angst vor Entdeckung. "Als der Angeklagte Geräusche hörte und dachte, dass Fußgänger kommen, entschloss er sich, die Frau zu töten", sagte Richter Josef Große Feldhaus am Freitag in der Urteilsbegründung des Bochumer Schwurgerichts. Die Leiche der 38-Jährigen war erst acht Tage später gefunden worden. Der Angeklagte hatte die Polizei selbst zum Tatort geführt. 

Er war bereits unter Verdacht geraten, weil er in der Tatnacht sein Handy, seinen Rucksack und sein Fahrrad zurückgelassen hatte. Grund soll der hohe Grad seiner Alkoholisierung gewesen sein. Im Prozess war von über drei Promille die Rede. Ohne das Geständnis des Marktverkäufers wäre der Tod der Frau aus Herne wohl für immer rätselhaft geblieben. Laut Urteil war die Todesursache wegen der bereits fortgeschrittenen Verwesung der Leiche nicht mehr festzustellen. 

"Hätte der Angeklagte zu den Vorwürfen geschwiegen, wäre er wahrscheinlich nicht einmal angeklagt worden", sagte sein Verteidiger Siegmund Benecken nach der Urteilsverkündung. Ganz in der Nähe des Herner Parks war damals fast zeitgleich eine zweite Frauenleiche gefunden worden. Auch in diesem Fall wird gegen den 36-Jährigen ermittelt, bislang allerdings ohne Erfolg. Für diese Tat war er im aktuellen Prozess auch nicht angeklagt. - dpa

Quelle: wa.de

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