Täter in Psychatrie gebracht

Mit geklautem Küchenmesser: Geistig verwirrter Mann (45) verletzt Tankstellenkunden

+
Symbolbild

Lennestadt - Eine kuriose Geschichte ereignete sich am Mittwochmorgen in Lennestadt im Sauerland: Ein 45-jähriger offenbar geistig verwirrter Mann klingelte zunächst an zwei Haustüren und klaute jeweils ein Küchenmesser, bevor er schließlich in einer Tankstelle Zigaretten mitnehmen wollte, ohne zu bezahlen. Bei einem anschließenden Gerangel verletzte er einen Kunden. Mittlerweile befindet sich der Mann in einer Psychatrie.

Wie die Polizei mitteilt, schellte der 45-Jährige um 9.15 Uhr an der Haustür eines 88-Jährigen im Ortsteil Grevenbrück. Als der Senior öffnete, drängte ihn der Eindringling zur Seite. "Er erklärte, er werde verfolgt, und zitterte", heißt es im Polizeibericht. Nachdem ihm etwas zu essen und zu trinken angeboten wurde, beruhigte er sich etwas. Bevor er die Wohnung verließ, griff er sich ein Küchenmesser von der Spüle und entfernte sich anschließend. 

Widerstandslos festgenommen 

Wenige Häuser weiter schellte er allerdings erneut an einer Wohnungstür. Hier öffnete ihm eine 85-jährige Frau. Auch hier drängte sich der Mann in die Wohnung, als die Tür geöffnet wurde. Erneut deutete er an, er werde verfolgt. In der Küche der Wohnung nahm er der Polizei zufolge ein weiteres Küchenmesser an sich. Die resolute Seniorin erklärte, sie werde vor der Tür nachsehen, ob dort Verfolger auf ihn warten würden und falls nicht, müsse er auch sofort gehen. Nachdem sie zurückkam und erklärte, vor der Tür sei niemand, verließ der Mann auch tatsächlich das Haus. 

Gegen 9.45 Uhr betrat er schließlich eine Tankstelle. Hier verlangte er Zigaretten, nahm diese dann an sich und wollte gehen. Die Verkäuferin forderte ihn auf, zuerst zu zahlen. Als er erklärte, er werde später zahlen, kam der Tankstellenbetreiber hinzu. Es entstand ein Gerangel, in dessen Verlauf der 45-Jährige einen 28-jährigen Kunden mit einem Messer leicht verletzte. Um 9.56 Uhr nahm eine herbeigerufene Streife den Täter widerstandslos fest. 

Bei fremder Frau ins Auto gesetzt

Doch damit nicht genug: Später meldete sich noch eine weitere Zeugin bei der Polizei. Die 61-Jährige erklärte, ein Unbekannter sei am Morgen, als sie auf der Johannesbrücke anhalten musste, plötzlich in ihr Auto eingestiegen und habe auf dem Beifahrersitz Platz genommen. Auf die Aufforderung auszusteigen, reagierte er zunächst nicht. Erst als sie laut geschrien habe, sei der Mann aus dem Pkw ausgestiegen. "Nach der Personenbeschreibung dürfte es sich auch bei diesem Sachverhalt um den später Festgenommenen gehandelt haben", berichtet die Polizei. 

Der Festgenommene wurde nach Olpe gebracht und hier von der Kriminalpolizei vernommen. Er erklärte, er könne sich an nichts erinnern. "Da sich deutliche Hinweise auf eine gravierende psychische Erkrankung ergaben, wurde der 45-Jährige nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft und dem Ordnungsamt in die Psychiatrie gebracht, wo er nach ärztlicher Begutachtung auch verblieb", teilt die Polizei mit. Der durch das Messer verletzte Mann habe das Krankenhaus glücklicherweise nach ambulanter Behandlung wieder verlassen.

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare