Lebenslange Haft für den Enkel des ermordeten Ex-Schulleiters

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Der Angeklagte (links) und sein Verteidiger im Dortmunder Gerichtssaal.

Hamm/Dortmund - Lebenslange Haft wegen Mordes - so lautete am Mittwoch das Urteil am Dortmunder Schwurgericht gegen den angeklagten Soester. Der 26-jährige gilt als überführt, seinen Großvater in dessen Haus in Ostwennemar mit einem Brecheisen erschlagen zu haben.

Die Tat geschah am Rosenmontag vergangenen Jahres im Haus des Ermordeten an der Feuerdornstraße in Braam-Ostwennemar. Der 84-jährige pensionierte Leiter des Soester-Börde-Kollegs, Hans Hellendahl, verblutete noch am Tatort. Erst Tage später wurde durch aufmerksame Nachbarn die Blutttat entdeckt, der tatverdächtige Enkel schnell in seinem Elternhaus in Soest festgenommen.

Enttäuscht über das Scheitern an der Uni

In der Urteilsbegründung zeichnete der Vorsitzende Richter Wolfgang Meyer noch einmal die Geschichte der Familie des Getöteten nach, insbesondere das über viele Jahre innige und herzliche Verhältnis des Großvaters zu seinem Enkel. Erst ab dem Jahre 2015 kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen und Spannungen. Der pensionierte Schulleiter war enttäuscht über die beiden abgebrochenen Studien des jungen Mannes, hatte sich einen akademischen Abschluss für den Enkel gewünscht und war vermutlich enttäuscht über dessen Pläne, nach dem universitären Scheitern nun Altenpfleger zu werden.

Abhebungen vom Konto in beträchtlicher Höhe

Immer wieder gab es aber auch Streit mit dem mittellosen jungen Mann, der sich ganz offenkundig über Monate immer wieder eigenmächtig an einem Girokonto des vermögenden Opas bedient hatte.

In diesem Haus an der Feuerdornstraße geschah der Mord.

"Allein zwischen August 2015 und Januar 2016 wurden 17.010 Euro abgehoben, sicherlich nicht alles einvernehmlich für den Unterhalt und die Pflege der getrennt lebenden Ehefrau des späteren Opfers", resümierte Meyer die beträchtliche Höhe der Abhebungen. Die Konflikte scheinen sich für den Angeklagten in den Tagen vor der Tat innerlich zugespitzt zu haben. Er habe die Vorstellung gehabt, so Meyer, dass "alles gut wäre, wenn der Opa weg und das Geld noch da sei". Er habe sich ungerecht behandelt gefühlt, habe unter den Vorhaltungen und Konflikten des Großvaters auch mit seinen Eltern gelitten.

"Das tut mir unendlich leid"

Eine Textnachricht an einen Freund am Vorabend der Tat offenbare seine Mordabsichten: "Der Opa nervt! Der muss weg!" Bewaffnet mit einem Brecheisen war der junge Soester nach den Feststellungen des Gerichts zu dem völlig arg- und wehrlosen Hans Hellendahl gefahren, fest entschlossen, ihn zu töten, falls dieser nicht in strittigen Fragen einlenke. Noch vor dem Urteilsspruch hatte der Angeklagte beteuert, dass er niemals vorgehabt habe, seinen Großvater zu ermorden. "Das tut mir unendlich leid und ich würde es gerne rückgängig machen!"

Quelle: wa.de

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