Freitag tagt der Gläubigerausschuss

Situation bei Kettler spitzt sich dramatisch zu

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Vor nicht einmal einem Jahr wurde im Werk Mersch die Kettler-Rettung verkündet. Nun sind die Sorgen größer denn je. 

Die Zukunft von Kettler hängt einmal mehr am seidenen Faden – und die Situation spitzt sich dramatisch zu. Nach Informationen unserer Redaktion tagt am Freitag der Gläubigerausschuss. Und zwar final.

Dort werde definitiv beschlossen, ob bei dem schwer angeschlagenen Freizeitartikler in der kommenden Woche die Lichter ausgehen müssen und dann 500 Menschen in Werl und Ense ihren Job verlieren. Die Sorge wächst, dass der dritte Insolvenzantrag in kurzer Zeit das endgültige Aus für das Traditionsunternehmen mit dem bunten „K“ bringt. 

Großer Optimismus klingt im Vorfeld der Entscheidung nicht durch; vor allem bei den Beschäftigten ist die Angst spürbar. Und die Wut, dass sie erneut die Wochen zwischen Hoffen und Bangen durchleiden müssen. Ende 2018 war Kettler erst in letzter Minute gerettet worden. 

Vorwürfe gegen Investor

Aus den Reihen der Mitarbeiter werden auch Vorwürfe gegen den Investor formuliert, der erst Ende 2018 als Kettler-Retter präsentiert wurde. Er lasse den Traditionsbetrieb nun hängen, sei nicht bereit, mehr Geld in das Unternehmen zu stecken. Die Lafayette Mittelstand Capital bezog aber am Mittwoch ebenso wenig Stellung zu den Anfragen unserer Redaktion wie die Kettler Freizeit GmbH selber, wie der vorläufige Sachwalter Dr. Georg Kreplin, die IG Metall, die begleitende Düsseldorfer Kanzlei Lambrecht oder der Betriebsrat. Auch von der Kettler-Stiftung gab es kein Wort. Am Kettler-Stammsitz in Parsit war am Nachmittag nur der Anrufbeantworter geschaltet. 

Dem Vernehmen nach ist für Montag eine Betriebsversammlung angesetzt, bei der die Mitarbeiter informiert werden. Bestätigt wurde aber auch das nicht. 

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Quelle: wa.de

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