Karneval: Tausende Jecken feiern Auftakt der fünften Jahreszeit

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Tausende feierten auf dem Rathausplatz in Düsseldorf den Karnevalsauftakt.

Mit guter Stimmung und viel Schunkeln haben die Karnevalisten dem Nieselregen getrotzt: Tausende Karnevalisten feierten die Sessionseröffnung am 11.11. In der Domstadt Köln freute sich die Polizei über die entspannte Stimmung bei den Karnevalisten.

Köln/Düsseldorf - Tausende Jecke haben in den Karnevalshochburgen Köln und Düsseldorf am Samstag um 11 Uhr 11 die närrische Jahreszeit begrüßt. Schon seit dem frühen Morgen hatten sich die Narren trotz Nieselregens versammelt, um sich auf die Karnevalssession einzustimmen. Da der 11.11. in diesem Jahr auf einen Samstag fiel, waren laut Polizei mehr feierwütige Jecken auf den Beinen als in den vergangenen Jahren.

Die Lage in Köln beurteilte die Polizei kurz nach der Sessionseröffnung als entspannt: "Tausende Narren strömen in die Innenstadt, die friedlich feiern wollen", sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur. Bis Samstagmittag mussten laut Polizei nur vereinzelt Personen in Gewahrsam genommen werden. "Denn auch beim Pöbeln verstehen wir keinen Spaß."

Hannah und Lara (beide 21) aus Leverkusen waren schon seit sieben Uhr morgens - als Tequilaflaschen verkleidet - in Köln unterwegs: "Wir finden es super, dass der 11.11. endlich mal an einem Samstag ist. Sonst mussten wir immer arbeiten. Wir denken, dass heute noch richtig Stimmung aufkommt."

Marisa (25) aus den USA feierte zum ersten Mal Karneval. Erst seit acht Wochen lebe sie in der Domstadt und freue sich deshalb ganz besonders auf den Tag: "Meine Freunde haben mir erzählt, dass es bei den Karnevalsliedern um Gemeinschaft und Freundschaft geht. Ich freue mich schon sehr darauf, das zu erleben." Gemeinsam mit einem Bekannten habe sie sich ihr Taucher-Kostüm gebastelt.

In Düsseldorf erwachte der Traditionsschelm Hoppeditz und hielt eine bissige Spottrede. Hier heißt der Karnevalsslogan diesmal: "Jeck erst recht". Der Erzschelm machte sich über Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) und andere Politiker des Düsseldorfer Stadtrats her, die sich seit Monaten über die Kosten des Starts der Tour de France in Düsseldorf streiten.

In Köln empfing Oberbürgermeisterin Henriette Reker das Kölner Dreigestirn, um den Sessionsvertrag zu unterzeichnen. Anschließend wurde gemäß dem diesjährigen Motto "Mer Kölsche danze us der Reih" ("Wir Kölner tanzen aus der Reihe") ausgelassen in der Kölner Innenstadt gefeiert. Karnevalbands wie Cat Ballou und die Paveier heizten die Stimmung trotz des kühlen Regenwetters an.

Der Höhepunkt des Karnevals ist in jeder Session der Rosenmontag mit seinen zahlreichen Umzügen. Die närrische Jahreszeit dauert 2018 bis zum 14. Februar. An dem Tag ist Aschermittwoch und die Narren müssen sich rund neun Monate gedulden, bis die fünfte Jahreszeit erneut beginnt.

Hintergrund: Der elfte Elfte

Am elften Elften um 11 Uhr 11 beginnt die neue Karnevalssession. Warum genau dann? Weiß man nicht. Vermutungen gibt's viele: Es ist eine Schnapszahl, eine Narrenzahl, wie man im Mittelalter gesagt hätte. Einer mehr als die zehn Finger und einer weniger als die zwölf Apostel. Nichts Halbes und nichts Ganzes. Außerdem begann am 11. November, dem Martinstag, früher eine Fastenzeit bis Weihnachten. Und da wollte man vorher noch mal richtig reinhauen und auf den Tischen tanzen.

Heute hat in den Karnevalshochburgen sehr vieles mit der Zahl Elf zu tun. Sitzungen beginnen nicht zur vollen Stunde, sondern elf Minuten später, und geleitet werden sie vom Elferrat. Für Karnevals-Unerfahrene ist es überraschend, dass am 11.11. für einen Tag die Hölle losbricht, und dann tun die Narren erst mal wieder so, als wäre nix gewesen. Erst im neuen Jahr beginnt die Session mit dem Sitzungskarneval so richtig. - dpa/lnw

Quelle: wa.de

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