Wie durch ein Wunder gab es keine Verletzten

20 Kilometer langer Wahnsinn startete bei Lüdenscheid: Geisterfahrer sorgt für Chaos auf der A45

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Die Falschfahrt startete auf dem Rastplatz Sauerland-West bei Lüdenscheid.

Unfassbar, dass da nichts Schlimmeres passiert ist: Die Autobahnpolizei hat in der Nacht auf Samstag einen 80-jährigen Autofahrer auf der A 45 bei Hagen gestoppt. Zuvor fuhr der Mann laut Angaben der Polizei etwa 20 Kilometer auf der Autobahn in die falsche Richtung. 

Lüdenscheid - Die Irrfahrt des Seniors startete gegen 2.30 Uhr am Rastplatz Sauerland-West auf der A45 bei Lüdenscheid. "Aus bislang ungeklärten Gründen fuhr der Mann aus Dillenburg mit seinem Pkw auf die Richtungsfahrbahn Frankfurt auf - allerdings in die entgegengesetzte Richtung", erklärte die Polizei. 

Nur kurze Zeit später verfolgte ihn ein Streifenwagen der Autobahnpolizei. "Davon zeigte sich der Mann am Steuer jedoch unbeeindruckt", hieß es. Gleichzeitig stoppte ein weiterer Streifenwagen den entgegenkommenden Verkehr in Höhe der Anschlussstelle Schwerte-Ergste. Anschließend fuhren die Beamten vorsichtig weiter und errichteten in Höhe einer Baustelle eine deutlich sichtbare Sperre. "Doch auch diese schien den Senior nicht zu interessieren. Unbeeindruckt von den in allen Farben leuchtenden Streifenwagen quetschte er sich an der Engstelle vorbei und rollte langsam weiter bis zur Reihe der wartenden Fahrzeuge", schilderte die Polizei. 

Längst von Streifenwagen umzingelt, weigerte sich der Mann aus seinem Wagen auszusteigen. Als die Polizisten bereits an seiner Fahrertür standen, rollte dessen Auto erneut an. Durch zügiges Eingreifen konnten die Beamten die Tür öffnen und die Fahrt endgültig beenden.

Der 80-Jährige wurde anschließend zur nächsten Polizeiwache gefahren. Das Auto des Mannes wurde sichergestellt - ebenso wie der Fahrzeugschlüssel. Die Polizei ermittelt jetzt gegen ihn wegen der Gefährdung des Straßenverkehrs.

"Während seiner Geisterfahrt passierte der Mann etwa 50 entgegenkommende Fahrzeuge. Wie durch ein Wunder ereignete sich dabei kein Verkehrsunfall", unterstrich die Polizei.

Mit einigen Verhaltensregeln können Autofahrer die Gefahr eines Unfalls mit einem Falschfahrer deutlich verringern. Sobald ein Geisterfahrer über das Radio oder das Navigationssystem gemeldet wird, sollten Sie wie folgt handeln:

  • Drosseln Sie Ihr Tempo und fahren Sie im Verkehrsfluss weiter. 
  • Halten Sie Abstand zu vorausfahrenden Fahrzeugen und überholen Sie nicht. 
  • Fahren Sie möglichst weit rechts auf dem rechten Fahrstreifen, aber nicht auf dem Seitenstreifen. Dieser muss für den Notfall zum Ausweichen frei bleiben. 
  • Wenn Sie die Möglichkeit haben, verlassen Sie bei der nächsten Abfahrt die Autobahn oder fahren Sie auf den nächsten Parkplatz oder Rasthof. 
  • Verfolgen Sie den Verkehrsfunk und warten Sie auf Entwarnung. 
  • Kommt Ihnen der Geisterfahrer tatsächlich entgegen, versuchen Sie auf keinen Fall, ihn auf eigene Faust aufzuhalten! Bringen Sie sich nicht in Gefahr und bleiben Sie stattdessen ruhig. 
  • Ist der Geisterfahrer vorbeigefahren, informieren Sie schnellstmöglich die Polizei über die Notrufnummer 110. Halten Sie dafür zum Beispiel auf dem nächsten Rastplatz. Melden Sie der Polizei möglichst genaue Informationen zu Streckenabschnitt, Fahrtrichtung und Fahrzeug des Geisterfahrers.

Quelle: wa.de

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