Geschlossene Halbschranke umfahren?

ICE kollidiert mit Auto am Grenzweg in Bönen - Mann aus Hamm (79) stirbt

[Update 13.25 Uhr] Bönen - Mit der Schreckensmeldung „Pkw mit Zug kollidiert“ wurde die Bönener Feuerwehr am Freitag um 19.10 Uhr zum Grenzweg im Industriegebiet gerufen. Ein ICE hat am dortigen Bahnübergang einen Pkw erfasst. Das Auto wurde völlig zerstört, der Fahrer starb an der Unfallstelle. 

Bei dem getöteten Autofahrter handle es sich um einen 79-Jährigen aus Hamm, sagte ein Polizeisprecher der dpa am Samstag. Der Bahnübergang war mi einer Halbschranke und Blinklicht gesichert, hieß es bei der Bahn. Die Anlage sei voll funktionstüchtig gewesen. Die Polizei vermutet, dass der Mann die Halbschranke umfahren hat.

Die Signalanlage am Bahnübergang funktionierte aber offensichtlich, die halbseitigen Schranken waren geschlossen. 

Autofahrer stirbt nach Zusammenstoß mit ICE in Bönen

Der Lokomotivführer hatte noch versucht, mit einer Schnellbremsung das Unglück zu verhindern – vergeblich.

Erst etwa 200 Meter hinter dem Bahnübergang kam sein tonnenschweres Gefährt unter der Autobahnbrücke an der Industriestraße zum Stehen. 

Zuvor hatte es den Pkw erfasst und etwa 20 Meter weiter in eine Böschung geschleudert. 

Die eintreffenden Rettungskräfte bemühten sich sofort um den Fahrer in dem zerfetzten Auto. Sie zogen den leblosen Mann aus Fahrzeug und versuchten vergebens, ihn wiederzubeleben. Er starb an der Unfallstelle. 

Gleichzeitig suchten Feuerwehrleute und Polizei die Umgebung rund um den Unglücksbereich nach weiteren Fahrzeuginsassen ab. Nach ersten Erkenntnissen war der Mann jedoch allein im Pkw. 

Der Lokomotivführer blieb bei dem Zusammenprall körperlich zwar unverletzt, hat allerdings einen Schock erlitten. Er wurde von einem Notarzt versorgt. 

Die etwa 250 Passagiere des Intercity-Express 856 von Berlin nach Köln blieben unversehrt. 

Die Reisenden mussten aber in dem ICE ausharren, bis dieser schließlich um 21.27 Uhr wieder bewegt werden konnte und noch bis Hagen weiterfuhr. Dort stiegen die verbliebenen Passagiere in einen anderen ICE in Richtung Köln um.

Ein Notfallmanager der Deutschen Bahn in Bönen hinzugerufen. Er koordinierte die Maßnahmen vor Ort. 

Die Feuerwehr Bönen errichtete um das Gleis einen Sichtschutz um das Unfallopfer und sein Fahrzeug. 

Die Polizei begann sofort mit den Untersuchungen. Sie stellte den Pkw sicher. Die Bergungsarbeiten dauerten mehrere Stunden an. Seit 22.12 Uhr ist die Bahnstrecke wieder frei.

Aufgrund der ersten Notfallmeldung hatte die Leitstelle des Kreises Großalarm ausgelöst. 

Neben den beiden Löschzügen der Bönener Feuerwehr unter der Einsatzleitung von Thomas Heckmann und der Polizei waren Rettungskräfte der Feuerwehr Kamen, Notärzte und das Deutsche Rote Kreuz Bönen ebenfalls am Grenzweg. Zudem wurde ein Rettungshubschrauber angefordert. 

Die Untersuchungen zur Unfallursache dauern weiter an.

Auswirkungen auf den Zugverkehr

Sowohl Züge des Nah- wie auch des Fernverkehrs mussten während der Bergungsarbeiten auf andere Strecken umgeleitet werden. 

Auf der Bahnstrecke zwischen Hamm und Unna verkehren unter anderem die Regionalexpresse der Linien RE7 und RE13 von NationalExpress und Eurobahn. Außerdem fahren hier ICE-Züge von und nach Berlin. 

NationalExpress teilte am Abend mit, dass die Halte in Schwerte, Holzwickede, Unna und Bönen nicht angefahren werden konnten. 

Die Züge wurden zwischen Hamm und Hagen mit einem Ersatzhalt in Dortmund Hauptbahnhof umgeleitet. Um 22:12 Uhr wurde die Strecke wieder freigegeben, so dass am Wochenende mit keinen weiteren Beeinträchtigungen zu rechnen ist.

Quelle: wa.de

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