Loveparade-Prozess: Betreuer stehen für Angehörige bereit

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Düsseldorf - Beim Loveparade-Prozess in Düsseldorf stehen auch an den kommenden Verhandlungstagen Betreuer für Angehörige von Opfern und Traumatisierte bereit.

Notfallseelsorger und Psychologen stünden jeweils für Gespräche zur Verfügung, sagte der zuständige Koordinator der Notfallseelsorge Duisburg, Diakon Richard Bannert, der Deutschen Presse-Agentur. "In der Regel sind zwei Leute vor Ort, immer als Tandem Psychologe und Seelsorger", erläuterte Bannert weiter.

Der mit Spannung erwartete Strafprozess hatte am Freitag begonnen. Neben den rund 25 anwesenden Nebenklägern waren rund 50 Zuschauer in einen Kongresssaal nach Düsseldorf gekommen. Das Landgericht Duisburg hatte mit wesentlich mehr gerechnet und 234 Plätze vorgehalten.

Die Stimmung der Traumatisierten und Angehörigen der Opfer bezeichnete Bannert als angespannt. Das vierköpfige Betreuungsteam habe am ersten Prozesstag in Düsseldorf mehrere Gespräche mit Angehörigen geführt. "Das war so wie bei anderen Begegnungen auch, etwa bei den Jahrestagen", erläuterte er. Für ein solches Gespräch habe man einen extra vorgehaltenen Rückzugsraum nutzen können.

Bei dem Unglück in Duisburg am 24. Juli 2010 waren in einem Gedränge am einzigen Zu- und Abgang der Technoparade 21 Menschen im Alter von 17 bis 38 Jahren erdrückt worden. Mindestens 652 wurden verletzt. Das Verfahren steht unter Zeitdruck: Gibt es bis Ende Juli 2020 kein erstes Urteil, verjähren die Vorwürfe. Bis Ende 2018 sind weitere 110 Verhandlungstage angesetzt. Der Prozess wird am Mittwoch fortgesetzt.

Sechs Mitarbeitern der Stadt Duisburg und vier Mitarbeitern des Veranstalters Lopavent wird fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung vorgeworfen. Ihnen drohen bis zu fünf Jahre Haft. Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten schwere Planungsfehler und eine rechtswidrige Genehmigung der Loveparade vor.

Quelle: wa.de

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