Mehr muslimische Bestattungen in NRW - Kommunen reagieren

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Muslimischer Friedhof

Düsseldorf - In Nordrhein-Westfalen lebende Muslime werden immer häufiger in Deutschland beerdigt. Es gebe ein Umdenken im Vergleich zu früher, als die meisten Muslime für die Bestattung in ihr Herkunftsland überführt wurden, sagt Mohamed Abodahab vom muslimischen Friedhofsträgerverein in Wuppertal. Viele NRW-Kommunen setzt das unter Zugzwang. Im Wuppertal soll bis Frühjahr 2018 der erste muslimische Friedhof Deutschlands mit Platz für etwa 1500 Gräber entstehen.

Im Moment bieten die meisten Städte Muslimen eine Bestattung auf einem speziellen Gräberfeld auf städtischen Friedhöfen an. Dort haben sich die jährliche Zahlen der Beisetzungen in den vergangenen Jahren in etwa verdoppelt, wie eine stichprobenartige Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab.

Entscheidend ist für viele Muslime das sogenannte Ewigkeitsrecht: Nach muslimischem Glauben soll garantiert werden, dass Gräber nicht mehrfach belegt werden und dass das Grab auf Ewigkeit bestehen bleibt. In Deutschland werden die Gräber aber meist nach 25 Jahren aufgelöst.

Die Wuppertaler Idee für den rein muslimischen Friedhof mit Ewigkeitsrecht stößt in anderen NRW-Städten auf geteilte Meinungen. In Köln sei das Ziel, muslimischen Mitbürgern im Rahmen der Integration einen würdigen Bestattungsort auf einem der bestehenden Friedhöfe zu bieten, sagt eine Sprecherin. 

Auch in Essen, Duisburg, Dortmund und Aachen wird derzeit nicht über einen muslimischen Friedhof diskutiert. - dpa

Quelle: wa.de

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