Mann soll Jungen gewürgt haben 

Kind zu Tode misshandelt - Lebenslange Haft gefordert

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Mönchengladbach - Für einen 27-jähriger Stiefvater, der das Kind seiner Lebensgefährtin in Viersen zu Tode misshandelt haben soll, hat die Staatsanwaltschaft lebenslange Haft gefordert.

Ein fünfjähriger Junge wird misshandelt und stirbt. Angeklagt ist der Stiefvater. Sein Verteidiger fordert Freispruch. Laut Anklage hatte der Mann den fünfjährigen Luca im Oktober 2016 so heftig geschlagen, dass das Kind ein Schädel-Hirn-Trauma erlitt, die Milz riss und es Einblutungen an Magen und Darm gab. Außerdem soll der Mann den Jungen gewürgt haben. 

Die Anklage forderte eine Verurteilung wegen grausamen Mordes, wie der Sprecher des Landgerichts Mönchengladbach Raimond Röttger am Dienstag mitteilte. Für den Fall, dass das Gericht die Tat nicht als Mord bewerten sollte, plädierte die Staatsanwaltschaft auf Totschlag im besonders schweren Fall. 

Mutter soll drei Jahre in Haft

Die Mutter soll wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen durch Unterlassen drei Jahre in Haft: Die 24-Jährige hatte ihren damaligen Lebensgefährten entgegen der Weisung eines Familiengerichts bei sich wohnen lassen. Der Verteidiger betonte laut Angaben des Sprechers, der Prozess habe nicht nachgewiesen, dass nur der Angeklagte zweifelsfrei der Täter sein könne. Die Mutter selbst habe nach Angaben von Zeugen nicht immer das innigste Verhältnis zu ihrem Kind gehabt. Er plädierte auf Freispruch. 

Dagegen sah die Staatsanwaltschaft mehrere Indizien für die Täterschaft: Unter anderem hatte sich der Junge vor dem Mann gefürchtet und wollte vor seinem Tod nicht mehr nach Hause. Der Angeklagte hatte den Jungen demnach auch schon vorher geschlagen und am Rücken verbrannt. 

Mehr Schmerzen als für Tötung nötig

Dem Jungen wurden nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft mehr Schmerzen zugefügt als für die Tötung notwendig gewesen wären, wie der Gerichtssprecher sagte. Der Angeklagte habe den kleinen Luca in einem "mehrstufigen Akt" getötet. "Hieraus schließt die Staatsanwaltschaft auf eine grausame Tatbegehung", sagte Röttger. 

Das Urteil soll am 13. Juni gesprochen werden.

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Quelle: wa.de

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