Mutmaßlicher IS-Terrorist berichtet von Doppelagenten-Rolle

+
Justitia

Düsseldorf - Warum ging er in Paris freiwillig zur Polizei und bezichtigte sich, ein IS-Terrorist mit Auftrag für einen Anschlag in Düsseldorf zu sein? Er habe in Syrien ein doppeltes Spiel gespielt, sagt Saleh A.

Der mutmaßliche Kopf einer IS-Terrorzelle hat sich vor Gericht in Düsseldorf als Doppelagent zu erkennen gegeben.

Er habe sowohl für das Regime von Baschar al-Assad als auch für den Islamischen Staat gearbeitet, sagte der 30-jährige Saleh A. am Donnerstag dem Düsseldorfer Oberlandesgericht. Dort muss er sich als mutmaßlicher IS-Terrorist verantworten, der den Auftrag erhalten haben soll, in der Düsseldorfer Altstadt einen schweren Terroranschlag zu begehen. 

Für Assads Geheimdienst habe er gearbeitet, um von den Fahndungslisten des Regimes als oppositioneller Kämpfer gestrichen und rehabilitiert zu werden. Ihm sei es aber auch um Geld gegangen. Gleichzeitig habe er für den IS spioniert. Inhaltlich habe er damals nicht mehr hinter der Revolution gegen Assad gestanden. 

Der Syrer hatte sich in Paris freiwillig der Polizei gestellt und ein umfassendes Geständnis abgelegt. Er soll als Flüchtling getarnt über die Balkanroute nach Deutschland gelangt sein. Den insgesamt drei Angeklagten wird die IS-Mitgliedschaft und die Verabredung zu einem Verbrechen vorgeworfen. Mit verbundenen Augen habe er ein Gespräch mit einem syrischen Geheimdienst-Chef in dessen Hauptquartier in Damaskus geführt.

Er habe dem Geheimdienst vorgeschlagen, von der islamistischen Al-Nusra-Front gefangengehaltene syrische Soldaten zu befreien. Der Dienst sei darauf eingegangen. Obwohl er für den IS in dessen Auftrag wichtige Informationen ermittelt habe, hätten ihn die IS-Leute dann aber festnehmen und fesseln wollen. Als er deswegen zu einer Waffe gegriffen habe, hätten ihm die Islamisten von hinten in die Schulter geschossen. 

Der Durchschuss sei nur auf einer Seite genäht worden. Dann sei er für 68 Tage in ein IS-Gefängnis geworfen worden. Derart verletzt habe er mit bis zu 38 Gefangenen in einer Zelle auf dem Boden ausharren müssen. Die 53 Gefangenen habe das syrische Militär dann ohne ihn befreit.

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare