Prozessbeginn

Nach den Bluttaten in Herne: mutmaßlicher Doppelmörder vor Gericht

+
Prozess um Doppelmord von Herne

Bochum - Tagelang hielt Herne den Atem an: Der kleine Jaden und der 22-jährige Christopher wurden dort grausam ermordet. Der mutmaßliche Täter stellte Bilder der Leichen ins Internet, bevor er einen der Tatorte anzündete. Jetzt steht der 19-Jährige vor Gericht.

Zwei grausam zugerichtete Leichen und ein offenbar eiskalter Täter: Nach den Morden an einem neun Jahre alten Jungen und einem 22-jährigen Mann beginnt am Freitag in Bochum der Prozess gegen den mutmaßlichen Doppelmörder Marcel H. aus Herne (09.00 Uhr). Die Bilder der Opfer waren sogar im Internet aufgetaucht, tagelang war fieberhaft nach dem Mörder gesucht worden.

Der kleine Jaden wurde nur neun Jahre alt. Am Abend des 6. März 2017 wurde der Junge unter einem Vorwand aus der Herner Wohnung seiner Eltern gelockt und in einem Nachbarkeller unfassbar brutal getötet. Das angebliche Motiv: Mordlust.

Marcel H. soll 52 Mal zugestochen haben. Nach der Tat schickte der 19-Jährige einem Freund eine Sprachnachricht, die später auch im Internet zu hören war. Darin heißt es unter anderem: "Ich habe hier gerade den Nachbarn umgebracht. Fühlt sich ehrlich gesagt gar nicht so besonders an."

Mehr zu dem Thema lesen Sie hier

Einen Tag später soll der Angeklagte auch einen früheren 22 Jahre alten Schulkollegen ermordet haben, bei dem er sich versteckt hatte. Diesmal soll Marcel H. sogar 68 Mal zugestochen haben. Auch von dieser Tat waren später Fotos im Internet aufgetaucht.

Zu dieser Zeit lief die Fahndung bereits auf Hochtouren. In Herne ging die Angst um. Erst als der 19-Jährige am 9. März in einem Imbiss auftauchte, um sich zu stellen, machte sich Erleichterung breit.

Nach der Festnahme legte Marcel H. bei der Polizei ein Geständnis ab, ohne Zeichen von Reue oder Empathie zu zeigen. "Er findet keinen Zugang zu seinen Gefühlen", sagt Verteidiger Michael Emde. "Ich glaube, dass er sich die Taten selbst nicht erklären kann."

Die 8. Strafkammer des Bochumer Landgerichts hat für den Prozess zunächst elf Verhandlungstage bis zum 20. Oktober vorgesehen. Sollte Marcel H. aufgrund seines Alters noch nach Jugendstrafrecht verurteilt werden, drohen maximal 15 Jahre Jugendhaft. Ansonsten kann auch eine lebenslange Freiheitsstrafe verhängt werden.

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare