Bielefelder Berg auf der A2 war am Sonntag stundenlang dicht

Der Winter macht weiter: Neuschnee und Eis bis Mittwoch

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[Update 12.53 Uhr] Köln/Düsseldorf - Schnee und Eis halten NRW mindestens bis Mitte der Woche im Klammergriff. Für Montag und die Nacht zum Dienstag kündigte der Deutsche Wetterdienst (DWD) bis zu zehn Zentimeter Neuschnee an. Betroffen sind besonders der Niederrhein, das nördliche Ruhrgebiet und das Münsterland, wie Meteorologe Daniel Tüns am Montag erklärte. Dort müssten die Menschen auch wieder mit Glätte rechnen.

Erst am Donnerstag wird es demnach mit sieben bis acht Grad wesentlich milder. Am Wochenende hatte heftiger Schneefall in ganz NRW zu Verkehrsunfällen und zu Chaos auf Straßen und Bahnstrecken geführt. 

Im gestörten Zugverkehr sei das Hauptproblem durch Weichen entstanden, die vom Schnee zugesetzt waren, sagte Sprecher Dirk Pohlmann. "Bei sehr pappigem Schnee schaffen es auch die Heizstäbe nicht, die Weichen beweglich zu halten." Räumkräfte müssten in solchen Fällen anrücken und die Weichen freischaufeln. 

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Zudem habe die Schneelast mancherorts Bäume umstürzen lassen und Äste abgebrochen, die Bahnstrecken blockierten. Hunderte Verbindungen waren am Sonntag gestört gewesen oder ganz ausgefallen.

Nach diesem Wintereinbruch waren die Fahrbahnen zum Wochenstart wieder größtenteils frei. Im Berufsverkehr am Montagmorgen meldeten die Polizeileitstellen zunächst keine größeren Behinderungen. Inzwischen aber schneit es vielerorts wieder.

Heftiger Schnee hatte auf der Autobahn 2 bei Bielefeld einen stundenlangen Stau verursacht. Am Sonntagnachmittag kam der Verkehr am Bielefelder Berg zeitweise komplett zum Erliegen - Autofahrer standen zwischen drei und vier Stunden im Stau, wie die Polizei am Abend mitteilte. 

Seit 19 Uhr sei die Autobahn Richtung Dortmund wieder frei. Zwischenzeitlich musste die Autobahn voll gesperrt werden, um Streufahrzeuge durchzulassen. Die Fahrzeuge hatten sich nach Angaben der Polizei im Schnee festgefahren. An den Steigungen auf der A2 seien die Lastwagen nicht mehr vorwärts gekommen.

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"Manche Autofahrer haben keine Rettungsgasse gebildet, sodass wir mit den Räumfahrzeugen nicht durchkamen", sagte ein Sprecher. "Andere waren mit Sommerreifen unterwegs." Hinzu kam, dass auch die Ausfahrten komplett vereist waren und Autofahrer deshalb nicht abfahren konnten. Dort kam es zu Unfällen, Autos standen demnach quer auf der Straße. Am Montagmorgen rollte der Verkehr dort wieder.

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Im Kreis Mettmann verunglückte ein Lkw-Fahrer tödlich. Er kam am Sonntagmittag beim Einbiegen auf ein Grundstück von der glatten Fahrbahn ab, prallte gegen einen Baum und wurde in seinem Führerhaus eingeklemmt. Trotz schneller Hilfe einer Ärztin, die zufällig vorbeifuhr, starb der Mann am Unfallort. 

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Beim Frontalzusammenstoß zweier Autos sind in Hamm am Sonntagnachmittag vier Menschen leicht verletzt worden. Ein 42-Jähriger hatte bei Schnee und Eis auf glatter Fahrbahn die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren und war mit dem entgegenkommenden Auto eines 22-Jährigen kollidiert. Beide Fahrer sowie zwei Mitfahrer des 42-Jährigen wurden verletzt in Krankenhäuser gebracht und nach ambulanter Behandlung wieder entlassen. An den Fahrzeugen entstand ein Sachschaden von rund 14.000 Euro.

Darüber hinaus kam es im Land zu zahlreichen weiteren Unfällen mit Blechschäden. Dabei verletzten sich mehrere Menschen leicht.

Der Flughafen Düsseldorf stellte den Flugbetrieb am Sonntag zwischenzeitlich ein. Am Abend meldete der Airport 111 Flugausfälle. Auch am Flughafen Köln/Bonn wurden Flüge gestrichen.

Auf der Schnellfahrstrecke Köln-Rhein/Main fahren auch die Züge wieder. Am Sonntag hatte die Deutsche Bahn die Trasse wegen des Wintereinbruchs gesperrt und die Fernverkehrszüge umgeleitet, damit sie mögliche witterungsbedingte Schäden beheben kann. Reisende mussten mit bis zu 40 Minuten Verspätung rechnen. Wie geplant wurde die Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Köln und Frankfurt am Main am Montagmorgen wieder freigegeben. Auf einigen Abschnitten gibt es jedoch noch Geschwindigkeitsbegrenzungen, daher kann es erneut zu Verspätungen kommen. - dpa

Quelle: wa.de

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