Nach tödlichem Unfall: Opfer und Hinterbliebene danken ihren Rettern

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Nach dem Frontalzusammenstoß auf der B 229 war der Golf völlig deformiert. Vier der fünf Insassen erlitten schwere Verletzungen, eine 70-Jährige aus Neheim verstarb noch an der Unfallstelle.

Balve/Sundern - Nach dem tödlichen Unfall zwischen Balve und Sundern haben sich jetzt die Hinterbliebenden und Unfallopfer bei den Einsatzkräften bedankt.

Mehr als 100 Feuerwehr- und Rettungskräfte aus Balve und Sundern waren am Abend des 1. August bei dem Horrorunfall mit einem Toten und vier Schwerverletzten auf der Bundesstraße 229 zwischen Beckum und Hövel im Einsatz. Jetzt bedankten sich die Unfallopfer und Hinterbliebenen bei den ehrenamtlichen Rettungskräften. 

Wann der Prozess gegen die zwei mutmaßlichen Raser, die den Unfall in Folge eines illegalen Rennens verursacht haben sollen, beginnt, ist derweil noch offen. „Es war den seinerzeit zum Teil lebensbedrohlich verletzten Personen eine Herzensangelegenheit, sich im persönlichen Gespräch bei den Einsatzkräften zu bedanken“, teilte Frank Busche, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Balve, mit.

Sohn und Verletzte melden sich bei der Feuerwehr

Stellvertretend für alle eingesetzten Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Beckum, Volkringhausen, Eisborn, Balve, Sundern, Hachen und Langscheid sowie der Rettungssanitäter und Notärzte, nahmen die Kameraden des Löschzugs 3 während des Übungsdienstes am Montag die Dankeswünsche der vier Verletzten und des Sohnes der beim Unfall verstorbenen 70-Jährigen aus Neheim entgegen.

Schwerer Verkehrsunfall zwischen Balve und Sundern

„Dies ist eine sicherlich nicht alltägliche Geste und verdient bei aller Tragik dieses Geschehnisses den größten Respekt und erfüllt die Kameraden mit Stolz, ist gleichzeitig aber auch ein Ansporn für alle, sich weiterhin ehrenamtlich für den Dienst am Nächsten einzusetzen“, schreibt Busche. 

Alkoholisiert hinter dem Steuer

Fast genau auf der Kreisgrenze waren ein VW Golf und ein Audi frontal zusammengestoßen. Vor dem Unfall sollen sich der Audi-Fahrer, ein 41-jähriger aus Hemer, der alkoholisiert am Steuer gesessen hatte, und ein 57-Jähriger aus Soest in einem Porsche ein Rennen geliefert und sich mehrfach gegenseitig überholt haben. Der Porsche-Fahrer war nach dem Crash zunächst geflüchtet, hatte sich am Folgetag aber der Polizei gestellt. 

Die Raser aus Hemer und Soest könnten zu einer Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren verurteilt werden. Gegen sie wurde Anklage erhoben – nach neuem verschärftem Recht. Denn die beiden Männer werden nicht nur wegen fahrlässiger Tötung und vierfacher fahrlässiger Körperverletzung angeklagt, sondern auch wegen des illegalen Rennens, was erst seit Ende vergangenen Jahres als Straftat gilt, nachdem die Bundesregierung Paragraf 315d im Strafgesetzbuch geändert hatte.

"Das erste Verfahren nach dem neuen Paragrafen"

„Das ist das erste Verfahren in der Zuständigkeit der Staatsanwaltschaft Arnsberg nach dem neuen Paragrafen“, hatte der zuständige Staatsanwalt Klaus Neulken im Oktober erklärt und gehofft, das Verfahren noch in diesem Jahr eröffnen zu können. Wegen der Bedeutung der Sache hat das Amtsgericht Arnsberg, das als Schöffengericht nur eine Höchststrafe von vier Jahren verhängen darf, jedoch mittlerweile den Antrag gestellt, das Verfahren vor dem Landgericht zu verhandeln. 

In diesem Jahr passiert nichts mehr „Über den Antrag ist noch keine Entscheidung gefallen, das Verfahren ist ganz frisch bei uns eingegangen“, sagte Daniel Langesberg, einer der Pressesprecher des Landgerichtes. Über einen möglichen Zeitplan konnte Langesberg noch keine Aussagen machen. Das der Antrag noch in diesem Jahr eingehend geprüft und beraten werde, sei allerdings eher unwahrscheinlich.

Quelle: wa.de

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