Aktion der Freiwilligen Feuerwehren

Nachwuchswerbung bei der Feuerwehr: Schon 1000 Neue in NRW

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Nachwuchswerbung bei der Feuerwehr: Schon 1000 Neue in NRW

Hamminkel/Emmerich - Den Freiwilligen Feuerwehren fehlt Nachwuchs. Viele Ortsgruppen haben neue Ideen entwickelt, Bürgermeister vor Ort und Geld vom Land halfen mit. Jetzt gibt es erste Erfolge.

Die freiwilligen Feuerwehren in Nordrhein-Westfalen haben mit einer landesweiten Kampagne für mehr Nachwuchs Erfolg erzielt: Durch die Aktion "Für mich - Für alle" seien im vergangenen Jahr rund 1000 Feuerwehrleute neu dazugekommen, sagte Landesgeschäftsführer Christoph Schöneborn vom Landesverband der Feuerwehren.

Das Land hatte dafür bis 2019 weitere 2,4 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Besonders die Verfügbarkeit tagsüber sei für freiwillige Wehren ein Problem, da viele Berufstätige morgens an entfernte Orte pendeln. "Geht donnerstags um 11 Uhr der Alarm los, sind viele nicht präsent", sagt Schöneborn.

Dagegen helfe ortsnahe Beschäftigung - etwa in der Stadtverwaltung. Diesen Weg sei zum Beispiel die Stadt Hamminkeln am Niederrhein gegangen, die vermehrt Feuerwehrleute als Mitarbeiter der Verwaltung eingestellt habe. So seien die Kräfte bei Einsatzlagen tagsüber schnell vor Ort.

In Hürtgenwald (Kreis Düren) habe der Bürgermeister - umgekehrt - bestehenden Gemeindemitarbeitern eine Brandschutzausbildung ermöglicht, hieß es. Die Hamminkelner Wehr mit ihren sechs Einheiten hat 2017 alle Bürger zwischen 17 und 43 Jahren persönlich angeschrieben - darunter auch viele Flüchtlinge. 

Derzeit hätten viele Feuerwehr-Einheiten im Land davon profitiert, dass es Neuregelungen für das Ehrenamt gab. So liegt die Altersgrenze für Aktive nicht mehr bei 63, sondern bei 67 Jahren. "Es gibt durchaus Leute, die länger machen wollen, auch wenn das nicht auf die breite Mehrheit zutrifft", sagt Schöneborn. Auch sei die Grenze für das Einstiegsalter gefallen. "Oft sind Menschen mit Ende 40 zuverlässig und bringen viel Lebenserfahrung ein."

Leider liege der Anteil der aktiven Feuerwehrfrauen noch immer unter zehn Prozent. Interessierte können sich schon ganz früh für die Feuerwehr begeistern: Im vergangenen Jahr wurden allein 66 Kinderfeuerwehren im Land gegründet. - dpa

Quelle: wa.de

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