Nach Messerattacke von Lünen

NRW-Polizei will ab 2019 Statistik über Messerangriffe führen

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Die Polizei in NRW will ab 2019 eine Statistik über Messerattacken führen.

Düsseldorf - Ab 2019 will die Polizei in Nordrhein-Westfalen Gewalttaten mit Messern statistisch erfassen. Das hat das NRW-Innenministerium auf dpa-Anfrage mitgeteilt.

Bislang werden in der bundeseinheitlich abgestimmten Kriminalitätsstatistik Verbrechen mit Stichwaffen - im Gegensatz zu Schusswaffen - nicht gesondert erfasst. Das Landeskriminalamt NRW habe nun einen Tatmittelkatalog erarbeitet, der unter anderem Messer enthalte. Voraussichtlich ab dem 1. Januar 2019 könne damit eine Erfassung von Messerangriffen erfolgen.

Für das Jahr 2018 sei dies nicht mehr möglich: "Da haben wir bereits 200.000 Vorgänge, die wir alle einzeln nachbearbeiten müssten", hieß es. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) hatte das Landeskriminalamt nach der Messerattacke von Lünen am 23. Januar damit beauftragt, die Aufnahme von Angriffen mit Stichwaffen in die Polizeiliche Kriminalstatistik zu prüfen.

Tödlicher Streit unter Teenagern in Dortmund

Nach einer Serie von Messerangriffen war die Frage nach einem Anstieg solcher Attacken laut geworden. Die Behörden mussten passen. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hatte "zunehmende Messerangriffe hierzulande" vermutet. Es vergehe kaum noch ein Tag, an dem nicht Polizeimeldungen über gefährliche oder sogar tödliche Messerattacken bekannt werden.

Berliner Polizei erfasst Messerattacken bereits

Eine Ausnahme bei der Erfassung ist die Berliner Polizei. Sie führt seit 2008 das "Tatmittel Messer" bei den Delikten Mord, Totschlag, Sexualtaten, Raub sowie gefährliche und schwere Körperverletzung in der jährlichen Kriminalstatistik auf. Die Berliner Zahlen belegen die vermutete Zunahme aber nicht. 2008 gab es knapp 2.500 in Berlin erfasste Taten, bei denen ein Messer eine Rolle spielte. Später waren es rund 2.400 Taten, dann stieg die Zahl auf 2.700 und sank wieder auf ungefähr 2.600 Taten. In den ersten drei Quartalen 2017 wurden 1.974 Fälle erfasst - ein geringfügiger Rückgang von 0,8 Prozent.

Quelle: wa.de

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