Dem Falsch-Melder droht jetzt eine Haftstrafe

Miese Nummer: Fake-Anrufer schickt Polizei und Feuerwehr zu erfundenem Großunfall

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Märkischer Kreis - In kurzer Zeit ärgerten sich Polizei und Rettungskräfte im Märkischen Kreis über böswillige Alarmierungen. Unter anderem wurden bewaffnete Personen und ein schwerer Verkehrsunfall mit mehreren eingeklemmten Personen gemeldet. Die Einsatzkräfte rückten aus - und fanden nichts.

Diese Fälle machen Polizei und Rettungskräfte im Märkischen Kreis fassungslos: Am späten Montagabend wurde ein Großaufgebot von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei nach Schalksmühle-Heedfeld alarmiert. Ein Anrufer hatte einen schweren Verkehrsunfall mit drei im Fahrzeug eingeklemmten Personen gemeldet. 

Aber: "Dies stellte sich nach Eintreffen der ersten Einsatzkräfte als unwahr heraus", teilte die Feuerwehr Schalksmühle mit. Der Alarm wurde böswillig ohne erkennbaren Grund ausgelöst. 

Aufgrund der am Telefon beschriebenen Dramatik des vermeintlichen Unfalls eilten allein von der Feuerwehr mehr als 40 ehrenamtliche Einsatzkräfte zur Unfallstelle, die es nicht gab. Hinzu kamen mehrere Rettungs- und Polizeiwagen. 

Kurz zuvor hatten der oder die Täter die Polizei ebenfalls in den Bereich des Nicht-Unfalls gerufen: Gegenüber den Beamten war von mehreren "verdächtigen Personen" mit Waffen im Umfeld der Aral-Tankstelle die Rede. "In beiden Fällen handelte es sich zweifelsfrei um Falschmeldungen", kommentierte die Polizei.

Kuriose Anrufe in den vergangenen Tagen

Bereits in den vergangenen Tagen hatte es kuriose Anrufe mit Bezug zur Polizei gegeben. Zwischen Samstag, 21.40 Uhr und Dienstag, 3.30 Uhr, waren laut Polizeiangaben zahlreiche Dienstleister und Hilfsdienste - darunter Energieversorger, Taxen und Pizza-Lieferdienste - zur Polizeiwache Lüdenscheid bestellt worden, obwohl diese nicht offiziell beauftragt worden waren. "In drei Fällen konnten Telefonnummern des Anrufers benannt werden, in einem Fall gelang die Inhaberfeststellung", erklärte die Polizei.

Die Anrufer-Nummer gehörte einem Mann aus Lüdenscheid, der nach bisherigen Ermittlungen bereits mehrfach Opfer ähnlich gelagerter Fälle wurde. Auch hier wurde unter dem Gebrauch seiner Telefonnummer diverse Hilfsdienste mit Aufträgen belegt. "Derzeit besteht der Verdacht, dass die Rufnummer des Geschädigten gezielt manipuliert wurde um ihn in Verbindung mit den missbräuchlichen Anrufen zu bringen."

Die Polizei ermittelt gegen den Falsch-Melder

Die Polizei hat ihre Ermittlungen wegen des Missbrauchs von Notrufeinrichtungen und Beeinträchtigung von Unfallverhütungs- und Nothilfemitteln nach § 145 StGB aufgenommen.

Die Polizei hofft nun, die Hintergründe schnellstmöglichst zu ermitteln, "da es sich hierbei um keinen dummen Jungenstreich handelt", sondern das Strafmaß bei Ermittlung des Übeltäters von Geldstrafe bis zu einer Freiheitstrafe von bis zu einem Jahr Haft reicht.

Quelle: wa.de

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