Pretzell schließt nach AfD-Austritt Neugründung nicht aus

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Der AfD-Partei- und Fraktionschef in Nordrhein-Westfalen, Marcus Pretzell, hat nach seinem angekündigten Austritt die Gründung einer neuen Partei angedeutet, ohne sich eindeutig darauf festzulegen.

[Update 13.30 Uhr] Düsseldorf - Nach seinem angekündigten Austritt aus der AfD schließt der scheidende NRW-Landes- und Fraktionschef Marcus Pretzell die Gründung einer neuen Partei nicht aus.

"Es gibt derzeit keine Partei, die in der Lage wäre, politische Veränderungen in Deutschland durchzusetzen. Und wenn es keine gibt, dann muss man ... ja, lassen Sie sich mal überraschen, was wir so vorhaben", sagte er am Mittwoch auf die Frage, ob eine Neugründung geplant sei. 

"Wir sind dabei, wir führen eine ganze Menge Gespräche in diesen Tagen." 

Pretzell und seine Frau, die Noch-Parteivorsitzende Frauke Petry, hatten angekündigt, ihre Ämter niederzulegen und die AfD zu verlassen. Sein Amt als AfD-Fraktionschef im Düsseldorfer Landtag legt Pretzell an diesem Freitag nieder, dann soll ein Nachfolger gewählt werden. Noch habe niemand offiziell seine Kandidatur angemeldet, sagte Fraktionssprecher Michael Schwarzer. Vize-Fraktionschef Markus Wagner hatte der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag gesagt, er stehe als Vorsitzender bereit, wenn die Fraktion ihn in der Spitzenfunktion wolle. Auch Alexander Langguth wird die Landtagsfraktion verlassen, die damit noch 14 Parlamentarier umfasst. 

Schwarzer sagte, es sei nicht mit weiteren Austritten zu rechnen. Der mit rund 4500 Mitgliedern größte Landesverband der rechtspopulistischen Partei wählt in gut zwei Wochen seine Führung neu. 

Der Co-Landeschef und Pretzell-Kontrahent Martin Renner, der nun auch den Bundestag einzieht, nimmt eine erneute Kandidatur für den Parteitag im oberbergischen Wiehl am 14. Oktober bereits in den Blick. Er habe den NRW-Verband mitbegründet und sei der "richtige Typ", um die Querelen innerhalb der Landes-AfD zu befrieden, sagte Renner der Deutschen Presse-Agentur. 

Renner wird dem Rechtsaußen-Flügel zugeordnet. Pretzell hatte vergeblich versucht, den 63-Jährigen als Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl zu verhindern. Eine Sprecherin der Landespartei sagte, sie rechne nicht damit, dass Pretzell in Wiehl erscheinen werde, nachdem er sich "so öffentlich und dezidiert gegen die AfD ausgesprochen hat". 

Offen blieb, ob der 44-Jährige sein Mandat als EU-Abgeordneter niederlegen wird. Pretzell hatte angekündigt, das nach der Bundestagswahl zu tun. Schwarzer sagte: "Das bleibt abzuwarten."- dpa

Quelle: wa.de

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