Public Viewing zur Fußball-WM 2018: Hier gibt es Fan-Feste in NRW

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NRW - Mit der Bekanntgabe des vorläufigen Kaders für die Vorbereitung auf die Fußball-WM 2018 hat Bundestrainer Joachim ("Jogi") Löw den Countdown zum Projekt Titelverteidigung gestartet. Wir schauen an dieser Stelle auf die Schauplätze von Public-Viewing-Veranstaltungen in NRW während der Weltmeisterschaft vom 14. Juni bis zum 15. Juli in Russland, an der 32 Nationen teilnehmen und in 64 Partien den neuen Champion ermitteln.

Public Viewing: So ist die Gesetzeslage in NRW

Städte und Gemeinden dürfen Public Viewing an öffentlichen Plätzen auch nach 22 Uhr ermöglichen. Das Umweltministerium hat dies in einem entsprechenden Erlass gemeinsam mit der Düsseldorfer Staatskanzlei klargestellt. 

Die konkreten Entscheidungen über die Zulässigkeit treffen die Behörden vor Ort. Das Umweltministerium bittet die Kommunen darum, einen fairen Ausgleich zwischen den Belangen der ruhebedürftigen Anwohner und denen der Fußballanhänger zu schaffen.

Der Erlass erläutert die Möglichkeiten, von den bestehenden Ausnahmeregelungen im Landes-Immissionsschutzgesetz Gebrauch zu machen und für das Fußballschauen auf Großbildleinwänden im öffentlichen Raum entsprechende Ausnahmen von der Nachtruhe ab 22 Uhr zu erteilen.

Laute Fan-Artikel wie Druckluftfanfaren oder Trillerpfeifen sollen bei den Veranstaltungen allerdings ausgeschlossen werden. 

Public Viewing: Vom Magneten zum Problemkind

Das gerne auch "Rudelgucken" genannte Public Viewing entwickelte sich während der Fußball-WM 2006 in Deutschland - bei sogenannten "Sommermärchen" - zum echten Fan-Magneten. 

Gemeinsam in Trikots der Nationalelf jubeln, dazu ein Meer aus schwarz-rot-goldenen Fahnen, zu erschwinglichen Preise Bier und Bratwurst: Wer zum Public Viewing geht, setzt auf eine Atmosphäre wie im Stadion.

Allerdings ist die Zahl der großen öffentlichen Fan-Feste offensichtlich rückläufig. Die Love-Parade-Katastrophe von Duisburg 2010, aber auch die Terroranschläge von Berlin oder Nizza haben dazu geführt, dass Veranstalter hohe Sicherheitsauflagen mit Zäune und Security-Personal erfüllen müssen. 

Damit sind deutlich höhere Kosten verbunden als noch beispielsweise 2006. Wer beispielsweise als Kommune keinen Sponsor findet, verzichtet auf die Events, die beispielsweise während der Europameisterschaft 2016 schon weniger Resonanz erfuhren.

Wer als Veranstalter zum Public Viewing einlädt, muss sich obendrein um eine entsprechende Lizenz des Weltfußballverbandes Fifa kümmern.

Public Viewing in Hamm, Werne, Bergkamen, Bönen und Drensteinfurt

Hamm: Vom 18. bis 24. Juni wird der Münchner Veranstalter Markus Wallney unter dem Motto "KulTour Anpfiff" alle Vorrunden-Spiele live auf einer Leinwand vor der Pauluskirche zeigen - also auch die Begegnung des DFB-Teams gegen Schweden am Samstag, 23. Juni.

Die Stadt Hamm selbst tritt nicht als Veranstalter auf und nennt dafür zwei Gründen: gestiegene Kosten und abflauende Besucherzahlen. "Der große Hype ist vorbei. Es ist zu viel Geld für etwas, das schon wieder auf dem absteigenden Ast ist", sagte Ralf Hohoff, Leiter des Referates für Stadtmarketing und Touristik bei der Stadt Hamm dem WA.

Ob unterdessen im Handelshof in Bockum-Hövel wieder Public Viewing angeboten wird, steht noch nicht fest. Platz ist hier erfahrungsgemäß für bis zu 5000 feierwütge Fußballfans.

Public Viewing im Kreis Soest

Soest: Bei der Stadt Soest sind keine Anträge auf Public-Viewing-Events eingegangen. Es gibt aber Alternativen - und zwar im Universum-Kino, im Alten Schlachthof oder in der Stadthalle. Auch auf vielen Schützenfesten werden die Deutschland-Spiele gezeigt.

Lippetal: In der Gemeinschaftshalle in Oestinghausen werden mindestens die ersten beiden DFB-Spiele gezeigt, die übrigen Partien müssen im weiteren Turnierverlauf kurzfristig organisiert werden.

Public Viewing im Märkischen Kreis

Lüdenscheid:Volle vier Wochen lang können die Lüdenscheider während der Fußball-WM zum "Rudelgucken" in den Rosengarten kommen. Die Veranstalter versprechen, auf der Großleinwand ausnahmslos alle Spiele zu zeigen. Parallel ausgetragene Begegnungen können die Fans im Brauhaus anschauen.

Verschärfte Sicherheitsauflagen haben nach Worten von Eventmanager Dirk Weiland den Public Viewings in zahlreichen Städten NRWs den Todesstoß versetzt. Aber die "sehr guten Erfahrungen" in Lüdenscheid haben sogar dafür gesorgt, dass die Bestimmungen weniger streng ausgelegt werden können. "Dadurch können wir den Platz deutlich offener gestalten."

Gläser sind in der "Sparkassen-Arena" verboten, Gäste kaufen einen Becher, die EM-Becher bleiben gültig – und es gibt Personenkontrollen am Einlass. Nach dem großen Erfolg von vor zwei Jahren sei es der Sparkasse „leicht gefallen“, die Veranstaltung erneut zu unterstützen, sagt Vorstand Markus Hacke.

Menden: Unter dem Zeltdach vor dem Neuen Rathaus ist Rudelgucken angesagt

Hemer: Im Sauerlandpark darf gemeinsam gejubelt werden

Iserlohn: Auf dem Betriebshof der Iserlohner Stadtwerke werden dank eines großen Pools an Sponsoren zumindest alle Spiele mit deutscher Beteiligung gezeigt - auf der "größten Leinwand Südwestfalens", wie das Unternehmen schreibt. Dazu gehört auch ein buntes Rahmenprogramm samt Gewinnspiel. Immer zwei Stunden vor Anpfiff öffnen sich die Pforten.

Plettenberg: Rudelgucken der WM auf dem Alten Markt

Public Viewing in anderen NRW-Städten

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Quelle: wa.de

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