Amtsgericht Dortmund greift hart gegen Wiederholungstäter aus Schwerte durch

Raser (33) ins Gefängnis, aber nie wieder hinters Steuer: So reagiert die Polizei

+

Zwei Jahre und zehn Monate Haft ohne Bewährung, dazu eine lebenslange Führerscheinsperre: Dieses Urteil verhängte das Amtsgericht Dortmund am Freitag (23. August) gegen einen vorbestraften Raser (33) aus Schwerte. Jetzt hat sich die Polizei Dortmund zu diesem Urteil geäußert.

Dortmund - "Für die Dortmunder Polizei ist das Urteil ein weiterer Ansporn, bei den Kontrollen gegen Raser nicht locker zu lassen", heißt es in einer Mitteilung. Ziel der Kontrollen sei es, Unfälle mit schwerwiegenden Verletzungen oder tödlichen Folgen zu verhindern.

Der Leitende Polizeidirektor Ralf Ziegler als Chef der Direktion Verkehr wird so zitiert: "Wir werden nicht zulassen, dass respektlose Raser die Straßen in unserer Stadt und auf den Autobahnen als Rennstrecke missbrauchen und andere Verkehrsteilnehmer gefährden. Konsequent bekämpfen wir diesen Missbrauch mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln. Und wir sind sehr froh, dass uns die Stadt Dortmund dabei unterstützt."

Gefährliches Spiel am Gaspedal kann teuer werden

Das aktuelle Urteil des Amtsgerichts Dortmund sollten Raser nach Meinung der Polizei Dortmund als Warnung verstehen: "Auch andere Gerichtsverfahren mit teils hohen Geldstrafen zeigen, dass das gefährliche Spiel am Gaspedal teuer werden kann. In einem Fall mussten zwei Raser 1200 Euro (sein ganzes Monatsgehalt) und 2500 Euro zahlen. 

Ein Beteiligter an dem vor Gericht verhandelten Rennen kassierte ein acht Monate dauerndes Fahrverbot - für wenige Sekunden im Temporausch bei 130 km/h nachts in einer Linkskurve auf dem Südwall. Ein Team der Polizei filmte nicht nur diese Fahrt, sondern auch andere Rennen, die noch zu Anklagen vor Gericht führen können", so die Polizei.

Das ist die Einsatz-Bilanz der ersten Jahreshälfte

Die konnte in der ersten Jahreshälfte 2019 alleine bei Einsätzen gegen Raser auf dem Wallring in der Dortmunder Innenstadt und auf anderen Hauptstraßen in der Innenstadt 551 Tempoverstöße nachweisen. 

Bei 19 Fahrern habe außerdem der Verdacht bestanden, dass sie charakterlich nicht zum Führen eines Fahrzeugs geeignet sind. Darüber sei die Stadt Dortmund informiert worden.

Nichts passiert - Richter spricht von einem Wunder

In 691 Fällen seien zudem an getunten Fahrzeugen technische Mängel aufgefallen. 235 Fahrer hätten nach Kontrollen ihre Pkw wegen gravierender Mängel von einem Gutachter untersuchen lassen müssen.

Richter Jan Schwengers, der den Raser in Dortmund am vergangenen Freitag verurteilt hatte, sprach in seiner Urteilsbegründung davon, dass es ein Wunder gewesen sei, dass niemand zu Schaden gekommen sei.

Mehrminütiges Video vor Gericht gezeigt

Die Polizei hatte die Verfolgung des BMW am 5. Dezember 2018 abgebrochen, weil sie den Beamten zu gefährlich geworden war. Im Gerichtssaal war ein mehrminütiges Video von der Flucht vor der Polizei gezeigt worden, alleine acht Autos kamen dem Geisterfahrer entgegen, konnten aber ausweichen.

Der 33-Jährige selbst hatte sein Auto weder versichert noch zugelassen, die Siegel waren gefälscht. Und nur wenige Tage vor dem 5. Dezember 2018 war er ebenfalls wegen Vergehen im Verkehrsraum zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

Lesen Sie zum Thema auch:

- Illegale Rennen in Dortmund: Polizei zieht Wall-Raser aus dem Verkehr

Unfall bei illegalem Autorennen: Drei Unbeteiligte verletzt - ein Fahrer flüchtet

Raser-Irrsinn: Mit Tempo 190 über Bundesstraße - mit fünf Kindern im Rückraum

Nächster Einsatz gegen Raser und illegales Tuning: Das ist die Bilanz

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare