11,2 Kilogramm Kokain

Rollstuhlfahrer gesteht Drogenschmuggel und bringt Mafia ins Spiel

+
Justitia

Düsseldorf - Am Düsseldorfer Flughafen werden in einem elektrischen Rollstuhl 11,2 Kilogramm Kokain entdeckt. Nach anfänglichem Leugnen gesteht der Fahrer des Gefährts, davon gewusst zu haben. Die Drogenmafia stecke dahinter.

Ein Rollstuhlfahrer hat vor dem Düsseldorfer Landgericht den Schmuggel von 11,2 Kilogramm Kokain gestanden. Er habe von der in seinem elektrisch betriebenen Gefährt entdeckten Drogenfracht gewusst, sagte der niederländische Angeklagte am Mittwoch. 

Die Drogenmafia habe damit gedroht, seiner auf Curacao lebenden Tochter etwas anzutun. Er sei unter Druck gesetzt worden und habe für den Drogenschmuggel kein Geld bekommen. Man habe ihn für Schulden seines toten Bruders in Haftung genommen, der in Drogengeschäfte verstrickt gewesen sei. "Ich fühlte mich verpflichtet, meine Tochter zu schützen", sagte der 57-Jährige. "Es tut mir leid, dass ich mich dazu habe hinreißen lassen." 

Seit einem Arbeitsunfall 2016 sei er gehbehindert und lebe von 1600 Euro Berufsunfähigkeitsrente im Monat. Er habe acht Kinder. Es habe sich um eine exorbitant große Menge hochreinen Kokains gehandelt, sagte Staatsanwältin Kira Proyer und beantragte siebeneinhalb Jahre Haft. 

Der Verteidiger forderte viereinhalb Jahre. Gegenüber Zollfahndern hatte der 57-Jährige zunächst erklärt, nichts vom Kokain gewusst zu haben. Es müsse ihm heimlich in die Batterien seines elektrischen Rollstuhls eingebaut worden sein, als er diesen auf der Karibikinsel Curacao wegen eines Defekts in Reparatur gegeben habe. 

Eine Zollfahnderin berichtete allerdings als Zeugin, dass Rollstühle gleichen Typs schon mehrfach für den Kokainschmuggel genutzt worden seien. Die entdeckte Menge sei für einen Drogenkurier ungewöhnlich groß. Dem Mann wird Drogenschmuggel und Beihilfe zum Drogenhandel vorgeworfen. 

Zöllner hatten das Kokain am Düsseldorfer Flughafen in den Batterien des Elektro-Rollstuhls entdeckt. Doch die Ermittler stießen auf Textnachrichten, aus denen hervorging, dass der Angeklagte von den Drogen wusste. Das Kokain soll einen Straßenverkaufswert von 750 000 Euro haben.

Quelle: wa.de

Kommentare