Unfalldrama bei Dortmund

Lkw kracht auf Standstreifen in Auto: Hammerin auf A2 schwer verletzt

+
Die Unfallstelle bei Dortmund am Montagabend.

Dortmund/Hamm - Schlimmes Ende einer fröhlichen Autofahrt: Weil ihr ein Lkw auf einem Standstreifen der A2 hinten aufs Auto krachte, erreichte eine 52-jährige Frau aus Hamm ihre Chorprobe in Waltrop nicht, sondern musste mit schwersten Verletzungen um ihr Leben ringen.

Montag, 8. Mai 2017, 19.30 Uhr: Auf der A2 unterwegs zur regelmäßigen Chorprobe in Waltrop, ereilte den Seat Leon der Hammerin wenige Meter vor der Abfahrt Mengede (Kreuz Dortmund-Nordost, siehe auch Google-Karte unten) offenbar ein Motorschaden. In der Folge lenkte sie den Wagen rechts auf den Standstreifen, um ihn dort ausrollen zu lassen, das Pannenschild herauszustellen und auf Hilfe zu warten. Das Warnblinklicht hatte sie rechtzeitig eingeschaltet.

Doch noch ehe der Seat auf dem Standstreifen in Fahrtrichtung Oberhausen zum Stillstand kommen konnte, wurde er - nach Informationen unserer Zeitung bei etwa 10 bis 20 km/h - hinten links von einem Sattelzug aus Miltenberg (Bayern) erfasst und hart nach vorn geschleudert. Die Fahrerin wurde eingeklemmt und lebensgefährlich verletzt; ihre 47-jährige Beifahrerin - ebenfalls aus Hamm - erlitt leichte Verletzungen.

Rettungswagen zufällig an der Unfallstelle

Glück im Unglück: Zufällig kam direkt nach dem Unfall ein auf der Heimfahrt befindlicher Rettungswagen der Feuerwehr Bocholt an der Unfallstelle vorbei und alarmierte ein Großaufgebot an Rettungskräften. Somit waren Ersthelfer sehr zeitnah am Unfallort. 

Unter größter Vorsicht musste die eingeklemmte Frau, die nach Informationen unserer Zeitung anfangs ohnmächtig war, aus ihrem Fahrzeug herausgeschnitten werden. Beide verletzten Frauen wurden in Dortmunder Krankenhäuser gebracht.

Wie der Ehemann der Fahrerin unserer Zeitung am Mittwoch mitteilte, besteht inzwischen keine Lebensgefahr mehr. Trotz schwerer Verletzungen an Kopf, Hals und Wirbelsäule hoffe man nun, dass die 52-Jährige auf Dauer keine bleibenden Schäden davon trage.

Der 60-jährige Lkw-Fahrer blieb unverletzt.

Feuerwehr beklagt fehlende Rettungsgasse

An der Unfallstelle kam es in der Folge am Montagabend zu langen Rückstaus, in denen es auch für Einsatzfahrzeuge schwierig war, die Einsatzstelle zu erreichen. Einmal mehr sei die Vorschrift zur Bildung einer Rettungsgasse "von allen Verkehrsteilnehmern missachtet" worden, beklagt die Feuerwehr Dortmund in ihrem Unfallbericht.

Am Einsatz waren rund 50 Feuerwehr- und Rettungskräfte verschiedener Feuerwachen beteiligt. Die Unfallursache muss nun durch die Dortmunder Polizei ermittelt werden. Denn bislang ist ungeklärt, warum der Lkw-Fahrer nach rechts von der Fahrbahn abkam. Auf Nachfrage konnte ein Polizeisprecher lediglich erste Zeugenaussagen widergeben, nach denen der Lkw "in einer Linkskurve" nach rechts "abgedriftet" sei.

Beide Fahrzeuge mussten abgeschleppt werden. Den Gesamtsachschaden bezifferte die Polizei auf rund 16.000 Euro.

Ehemann hofft auf präventive Wirkung

"Von einer Sekunde auf die andere" sei das Leben ein völlig anderes, berichtete der Ehemann - zugleich Leiter des Chores, dessen Probe seine Frau mit ihrer Freundin erreichen wollte. "Zum Glück", sagt er, sei der Unfall direkt an der Leitplanke passiert, sonst hätte es noch viel schlimmer ausgehen können. Er hofft, dass die Berichterstattung über den Unfall bei den Lesern eine präventive Wirkung haben und andere Verkehrsteilnehmer sensibilisieren möge.

Und noch eine wichtige Erkenntnis hat sich in der Folge dieses Unfalls beim Ehemann verfestigt: "Wir sollten jeden neuen Tag als Geschenk betrachten."

Lesen Sie zu dem Themen A2 und Rettungsgasse auch:

Unfallchaos auf A2 soll eingedämmt werden

A2-Chaosfahrt auf drei Reifen bei Uentrop gestoppt

Mann nach Unfall auf A2 in Lebensgefahr - Anzeigen gegen Gaffer

Fehlende Rettungsgasse auf A44: So reagieren die Rettungskräfte

Video der Feuerwehr Bönen zeigt perfekte Rettungsgasse

Quelle: wa.de

Kommentare